n8n-Lernpfad · Präsentation · Teil 1
Werkzeuge, Trigger, Schnittstellen
Folien zum n8n-Lernpfad: Zapier, Make, n8n, Gumloop und ein KI-Agent im Vergleich, dazu Trigger, Node, Schnittstelle, Mapping und Fehlersuche.
Ein Kurs von Erik Lorenscheit, Gründer von hilfmirmal · Zuletzt aktualisiert am
Weiter mit den Pfeiltasten oder durch Wischen
1 / 22
Teil 1 · Werkzeuge, Trigger, Schnittstellen
Fünf Werkzeuge, ein Prinzip
Zapier, Make, n8n, Gumloop und der KI-Agent Hermes: Worin unterscheiden sie sich bei Einstieg, Kosten, Datenschutz und KI? Danach lässt du die Marken liegen und schaust auf das, was in jedem Werkzeug gleich ist.
- Toolprofile
- Vergleichsmatrix
- Grundlagen
hilfmirmal.de · n8n-Lernpfad
Erklärung zur Folie
Wenn du n8n, Make oder Zapier in eine Suchmaschine tippst, findest du überall dasselbe Versprechen: Alles ist einfach, alles ist verbunden, alles läuft von allein. Das stimmt zur Hälfte. Die andere Hälfte ist Arbeit, und genau die schaust du dir hier an.
Zuerst kommen fünf Werkzeuge. Vier davon sind Baukästen für Abläufe, die nach demselben Prinzip funktionieren. Sie unterscheiden sich in Preis, Einstieg und in der Frage, wo deine Daten landen. Das fünfte ist ein KI-Agent, eine andere Art zu arbeiten; die Vergleichsfolien zeigen, warum er trotzdem dabei ist.
Danach geht es um das, was überall gleich ist: Etwas startet den Ablauf, ein Schritt macht etwas mit den Daten, und am Ende kommt bei jemandem etwas an. Oder eben nicht. Dieses „oder eben nicht“ lernst du hier zu finden.
Zapier: der Pionier
- Herkunft: USA, gegründet 2011.
- Fokus: maximale Einfachheit nach dem Muster „Wenn das passiert, dann tu das“.
- Zielgruppe: Einsteiger, Solopreneure, einfache Aufgaben von A nach B.
- Hosting: nur Cloud, Server in den USA.
- Motto: „Verbindet alles mit allem, aber hat seinen Preis.“
Erklärung zur Folie
Zapier hat das Denken geprägt, das du in jedem dieser Werkzeuge wiederfindest: Wenn das passiert, dann tu das. Wenn eine Mail mit Anhang kommt, speichere den Anhang in Dropbox. Wenn jemand das Formular abschickt, schreib eine Zeile in die Tabelle. Ein Auslöser, eine Aktion, fertig.
Das ist die große Stärke. Du brauchst kein Technikwissen, Zapier kennt mehrere tausend Apps, und für kleine Aufgaben von A nach B gibt es nichts Schnelleres.
Der Haken steht im Motto. Zapier rechnet nicht pro Ablauf ab, sondern pro Aktion: Jede Aktion, die erfolgreich läuft, ist ein Task. Der Trigger am Anfang und Filter zählen nicht. Hat dein Zap nach dem Trigger drei Aktionen, zahlst du für jede Anfrage dreimal. Bei zehn Anfragen am Tag ist das egal, bei tausend nicht mehr. Und die Server stehen in den USA: Für einen Newsletter ist das kein Problem, bei Kundendaten mit Namen, Adressen und Rechnungen schaust du genau hin.
Make: der visuelle Künstler
- Herkunft: Ursprung in Prag (Tschechien), heute mit Standorten in Prag und München.
- Fokus: visuelle Workflows, komplexe Logik möglich.
- Zielgruppe: Fortgeschrittene, Agenturen, komplexe Datenflüsse.
- Hosting: Cloud, Zonen in den USA und in der EU wählbar. Die Trennung im konkreten Setup prüfen.
- Motto: „Sieht schön aus und kann viel, aber Vorsicht bei Datenmengen.“
Erklärung zur Folie
Make hieß früher Integromat. Öffnest du es, siehst du sofort den Unterschied zu Zapier. Zapier ist eine Liste: Schritt eins, zwei, drei, untereinander. Make ist ein Bild: runde Module auf einer Fläche, verbunden mit Linien. Verzweigt sich der Ablauf, siehst du die Verzweigung.
Damit baust du Logik, die bei Zapier umständlich wäre. „Wenn Thema gleich Rechnung, dann zur Buchhaltung, sonst zum Service“ heißt bei Make Router. „Für jede Zeile der Tabelle dasselbe tun“ heißt Iterator. Diese Wörter musst du kennen, sonst läuft schnell etwas komisch.
Make rechnet in Credits ab, früher hießen sie Operationen. Fast jedes Modul, das einmal läuft, kostet einen Credit, KI-Module können mehr kosten. Ein Iterator über hundert Zeilen macht aus einem einzigen Lauf mehrere hundert Credits. Und „EU-Server“ heißt nur, dass Make dort läuft. Bindest du ein amerikanisches Tool an, gehen die Daten trotzdem dorthin.
n8n: der Fair-Code-Challenger
- Herkunft: Berlin, gegründet 2019.
- Fokus: Workflow-Automation, Self-Hosting und KI.
- Zielgruppe: kleine und mittlere Unternehmen, Entwickler, Technikaffine, alle mit Datenschutz-Fokus.
- Hosting: Cloud oder Self-Hosting, mit eigener Kontrolle über den Server.
- Motto: „Deine Daten, deine Regeln, faire Preise.“
Merk dir
Mit n8n arbeitest du im ganzen Lernpfad.
Erklärung zur Folie
n8n sieht ähnlich aus wie Make: Kästen auf einer Fläche, verbunden mit Linien. Die Kästen heißen hier Nodes. Merk dir das Wort, es kommt ab jetzt ständig.
Zwei Dinge machen n8n anders. Erstens kannst du n8n auf einem eigenen Server laufen lassen, im Haus oder bei einem deutschen Hoster. Dann verlassen die Daten das Haus jedenfalls nicht wegen n8n. Das heißt Self-Hosting, und wer mit Kundendaten arbeitet, hat n8n oft genau deshalb auf dem Tisch. Mit der Cloud-Version startest du ohne eigenen Server. Zweitens hängt der Preis nicht an jedem Schritt. Gezählt werden ganze Läufe: Ein Ablauf mit zwanzig Schritten kostet nicht mehr als einer mit zwei. Beim eigenen Server zahlst du den Server und die Zeit der Person, die ihn pflegt. Die vergessen alle.
Dafür ist der Einstieg steiler. n8n zeigt dir Daten so, wie sie wirklich sind, mit Feldnamen, Anführungszeichen und geschweiften Klammern. Das schreckt am Anfang. Genau deshalb findest du bei n8n den Fehler, statt nur zu sehen, dass etwas rot ist.
Gumloop und Hermes: zwei mit KI im Kern
Gumloop
- Was: Plattform in der Cloud. Du verbindest Nodes auf einer Fläche, KI-Schritte sind von Anfang an dabei.
- Heute: beschreibt sich selbst als Plattform für KI-Agenten.
- Einordnung: ein Baukasten wie Zapier, Make und n8n, mit KI im Mittelpunkt.
Hermes Agent
- Was: ein KI-Agent von Nous Research, quelloffen unter MIT-Lizenz.
- Arbeitsweise: bekommt ein Ziel und wählt Werkzeuge und Schritte selbst.
- Betrieb: auf deinem Rechner oder Server, mit einem Sprachmodell deiner Wahl.
Hermes steht in diesem Teil stellvertretend für KI-Agenten. Beide entwickeln sich schnell: Funktionen und Tarife prüfst du selbst nach.
Erklärung zur Folie
Gumloop ist von Anfang an um KI herum gebaut. Du ziehst Nodes auf eine Fläche und verbindest sie, wie bei Make und n8n, nur dass dort die KI-Schritte die Hauptrolle spielen. Inzwischen nennt sich Gumloop selbst eine Plattform für KI-Agenten. Daran siehst du, wie schnell die Grenze zwischen Baukasten und Agent verschwimmt.
Hermes Agent kommt von Nous Research, der Code ist frei verfügbar. Du installierst ihn auf deinem Rechner oder einem Server und schließt ein Sprachmodell an. Dann gibst du ihm ein Ziel in Worten und ein paar Werkzeuge. Welchen Schritt er als Nächstes macht, entscheidet er selbst, während er läuft. Was er dabei lernt, merkt er sich über mehrere Sitzungen hinweg.
Den Namen musst du dir nicht merken. Es gibt andere Agenten, und ständig kommen neue dazu. Wichtig ist die Frage, die dich durch die nächsten Folien begleitet: Wer bestimmt den nächsten Schritt, du beim Bauen oder das Modell beim Laufen?
Kriterium 1: Wie schnell kommst du rein?
| Werkzeug | Einordnung | Warum |
|---|---|---|
| Zapier | extrem einfach | linearer Ablauf, kein Technikwissen nötig |
| Make | mittel | visuell, aber Router und Iteratoren musst du verstehen |
| n8n | anspruchsvoll und mächtig | JSON und Datenstrukturen helfen, KI-Unterstützung senkt den Einstieg |
| Hermes | KI-Agent, eigene Kategorie | Ziel, Kontext und Tools statt sichtbarem Workflow |
Die Frage dahinter: Wie schnell hast du einen Test, den du selbst kontrollieren kannst?
Erklärung zur Folie
Zapier: sofort. Du legst ein Konto an, und nach zehn Minuten läuft etwas. Make: mittel. Du musst verstehen, was ein Router macht, sonst baust du Unsinn. n8n: anspruchsvoll, und zwar, weil du auf die Daten schaust. Du siehst Feldnamen und Klammern. Wer das nicht will, findet n8n anstrengend. Wer sich darauf einlässt, versteht bald mehr über die eigenen Daten als vorher in Jahren.
Hermes steht extra. Da gibt es keinen Baukasten: Du schreibst einem KI-Agenten ein Ziel in Worten, und er sucht sich seinen Weg. Das ist keine höhere Schwierigkeitsstufe, sondern eine andere Art zu arbeiten.
Frag dich ehrlich, was „einfach“ für dich heißt. Einfach am ersten Tag und einfach nach drei Monaten, wenn der Ablauf um zwei Uhr nachts hängt und du wissen willst, warum, sind zwei verschiedene Sachen. Zapier ist beim ersten einfach, n8n beim zweiten. Für die Auswahl zählt nicht, wie schnell irgendetwas läuft, sondern wie schnell du einen Test hast, den du selbst kontrollierst.
Kriterium 2: Was kostet es im Betrieb?
Beispiel: 50.000 Tasks im Monat, Kosten pro Monat.
| Werkzeug | Einordnung | Was zählt bei der Abrechnung? |
|---|---|---|
| Zapier | teuer, ca. 300 bis 600 € und mehr | jede ausgeführte Aktion, der Trigger nicht |
| Make | mittel, ca. 100 bis 200 € | Credits (früher Operationen), fast jeder Modullauf |
| n8n | günstig oder fix, ca. 50 € in der Cloud | in der Cloud ganze Läufe, beim Self-Hosting Server und Betrieb |
| Hermes | nicht direkt vergleichbar | Modell-, Server- und Toolkosten, je nach Einsatz |
Grobe Richtwerte zur Orientierung, keine aktuelle Preisliste. Prüf die Tarife und dein Volumen selbst.
Erklärung zur Folie
Gemeint ist: Was kostet es, wenn es wirklich läuft? Nicht im Test, im Betrieb. Fünfzigtausend Tasks klingt nach viel, ist es aber nicht. Rechne mit: Eine Serviceanfrage läuft durch vier Schritte, Formular annehmen, Felder prüfen, zuständige Person ermitteln, Zusammenfassung schreiben. Bei hundert Anfragen am Tag sind das vierhundert Schritte, mal zwanzig Arbeitstage achttausend im Monat. Sechs solche Abläufe, und du bist bei knapp fünfzigtausend.
Was davon auf der Rechnung landet, zählt jeder Anbieter anders. Bei Zapier kostet der Trigger nichts, jede weitere Aktion schon. Make zählt fast jeden Modullauf. n8n in der Cloud zählt den ganzen Lauf, egal wie viele Schritte er hat.
Beim eigenen Server zahlst du den Server, das können zehn Euro sein, und die Zeit der Person, die Updates einspielt und Backups macht. Diese Zeit ist der eigentliche Preis. Ein KI-Agent passt nicht in diese Tabelle: Du zahlst das Modell pro Anfrage, je nachdem, wie viel Text durchläuft, dazu Server und Werkzeuge. Das kann billiger sein als Zapier oder zehnmal teurer.
Preise ändern sich oft. Rechnest du für deinen Betrieb, öffne die aktuelle Preisseite und schreib das Datum dazu.
Kriterium 3: Wo landen deine Daten?
| Werkzeug | Einordnung | Was du im konkreten Fall prüfst |
|---|---|---|
| Zapier | kritisch | Cloud- und Datenstandort, Vertrag, sensible Inhalte |
| Make | möglich | EU-Hosting, Metadaten, angebundene Dienste |
| n8n | gut kontrollierbar | Self-Hosting auf eigenem Server und den tatsächlichen Datenweg |
| Hermes | abhängig vom Setup | Modell, Tools, Logs und externe Endpunkte |
In Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt der reale Datenweg, nicht der Markenname.
Erklärung zur Folie
Das ist keine Rechtsberatung, sondern das, was technisch passiert. Zapier: Server in den USA. Für einen Newsletter mit Vornamen vertretbar, für Kundendaten mit Adresse, Rechnungsbetrag oder Krankheitsgrund ein Gespräch mit dem Datenschutzbeauftragten. Make: EU-Server möglich, aber nur, wenn du es beim Anlegen des Kontos richtig einstellst und die angebundenen Dienste auch in der EU sind. n8n auf eigenem Server: Die Daten bleiben bei dir.
Jetzt der wichtigste Punkt. Stell dir vor, du betreibst n8n auf deinem eigenen Server in Hamburg. Dann baust du einen Schritt ein, der eine Anfrage mit einem KI-Modell zusammenfasst. Die Anfrage geht zum Modell, und das steht vielleicht in den USA. Dein Server ist in Hamburg, deine Daten sind trotzdem in den USA. Das Label „Self-Hosting“ hat dir nichts genützt, weil du nur auf das Label geschaut hast und nicht auf den Weg.
Deshalb: Zeichne den Weg der Daten. Wo kommt die Anfrage rein, wo wird sie verarbeitet, an wen geht sie weiter, und wo steht der? Jeder Pfeil in dieser Zeichnung ist eine Frage an den Datenschutz.
Kriterium 4: Wie viel KI steckt drin?
| Werkzeug | Einordnung | Was der Ansatz typischerweise bietet |
|---|---|---|
| Zapier | Basis | Standard-Integrationen, KI-Funktionen oft begrenzt |
| Make | stark | komplexe Logik und gut integrierbare KI-Schritte |
| n8n | stark | eigene KI-Schritte und Agenten-Workflows mit sichtbarem Ablauf |
| Gumloop | stark, visuell | KI-Funktionen direkt im Flow, Modellgrenzen prüfen |
| Hermes | agentisch | das Modell wählt Schritte und Tools innerhalb gesetzter Regeln |
Merk dir
Die Kontrollfrage: Wer bestimmt den nächsten Schritt?
Erklärung zur Folie
KI steckt inzwischen in allen. Zapier hat Basisfunktionen. Make und n8n bauen KI-Schritte ein, etwa: Fass diese Anfrage in zwei Sätzen zusammen. Gumloop ist von Anfang an um KI herum gebaut. Und Hermes ist selbst eine KI. Wie du KI-Schritte in n8n einbaust, zeigt Lektion 16 im Lernpfad. Dort blendest du sie mit dem Schalter „Fortgeschritten“ ein.
Die Kontrollfrage nimmst du schon jetzt mit. Bei den vier Baukästen bestimmst du den nächsten Schritt, und zwar vorher, beim Bauen: Nach dem Formular kommt die Prüfung, nach der Prüfung die Zuordnung. Das steht fest, bevor die erste Anfrage reinkommt. Beim Agenten bestimmt das Modell, während es läuft. Es bekommt ein Ziel und sucht sich den Weg, bei derselben Anfrage vielleicht einmal so und beim nächsten Mal anders.
Das ist kein Vorwurf. Für manche Aufgaben ist das genau richtig. Aber es ist ein anderes Ding, und wer das nicht auseinanderhält, vergleicht Äpfel mit einem Taschenrechner.
Die große Vergleichsmatrix
| Merkmal | Zapier | Make | Gumloop | n8n |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg | extrem einfach | mittel | visuell | anspruchsvoll, technisch |
| Kosten | pro Task, teuer | pro Credit, früher Operation | Tarif und KI-Einheiten prüfen | Cloud oder Self-Hosting |
| Datenschutz | kritisch, Server in den USA | EU möglich, Setup prüfen | Datenfluss prüfen | eigener Server möglich |
| Hosting | Cloud | Cloud | Cloud | Cloud oder Self-Hosting |
| KI | Basis | stark | stark im Flow | stark, eigene Logik |
Keine Rangliste. Hermes fehlt hier mit Absicht: Ein KI-Agent ist eine eigene Kategorie. Bei ihm hängen Kosten und Datenschutz an Modell, Server, Tools und Logs.
Erklärung zur Folie
Bevor du anfängst zu lesen: Das ist keine Rangliste. Es gibt keinen Gewinner, nur „passt zu meinem Fall“ oder „passt nicht“.
Die vier Werkzeuge in der Tabelle unterscheiden sich bei Einstieg, Kosten und Datenweg. Aber sie funktionieren gleich: ein Auslöser, dann Schritte, dann ein Ergebnis. Was du bei einem lernst, kannst du beim anderen anwenden. Nur die Wörter sind anders: Zap, Szenario, Flow, Workflow. Gemeint ist dasselbe.
Hermes gehört in eine andere Tabelle. Er ist kein fünfter Baukasten, sondern ein KI-Agent. Du gibst ihm ein Ziel in Worten, etwa „Finde heraus, ob dieser Kunde noch offene Rechnungen hat, und schreib ihm eine Erinnerung“, dazu ein paar Werkzeuge wie Zugriff auf Buchhaltung und E-Mail. Dann entscheidet er selbst, was er in welcher Reihenfolge tut und wann er fertig ist. Für offene Aufgaben kann das nützlich sein. Für eine Anfrage, die jeden Tag gleich abläuft, willst du, dass der Weg feststeht.
Wann passt welches Werkzeug?
| Wenn du … | Naheliegend | Zuerst prüfen |
|---|---|---|
| eine einfache Aufgabe schnell verbinden willst | Zapier | Kosten pro Aktion und Datenraum |
| visuelle Logik und Verzweigungen brauchst | Make | Credits, Fehlerpfade und Rechte |
| Daten selbst kontrollieren und komplexe Workflows bauen willst | n8n | Betrieb, Updates und Mapping |
| KI direkt in einem visuellen Flow ausprobieren willst | Gumloop | Modellgrenzen, Datenfluss und Tarif |
| eine offene Aufgabe mit flexibler Recherche und Toolwahl hast | Hermes | Tool-Rechte, Protokoll und Stopp-Regel |
Keine Rangliste. Die Entscheidung hängt von deinem Anwendungsfall ab.
Erklärung zur Folie
Die rechte Spalte ist die wichtige. Bei jedem Werkzeug gibt es einen Punkt, der die Entscheidung kippen kann: bei Zapier die Kosten pro Aktion, bei Make die Frage, ob deine Verzweigungen sauber laufen und was bei Fehlern passiert, bei n8n, wer den Server betreibt. Diesen einen Punkt prüfst du zuerst. Passt er nicht, sparst du dir den Rest.
Probier es an einem eigenen Ablauf. Schreib, bevor du irgendein Werkzeug anfasst, fünf Muss-Kriterien und zwei Wünsche auf. Muss heißt: Ohne das geht es nicht, egal wie gut der Rest ist, zum Beispiel „Daten bleiben in der EU“. Dann trägst du die Werkzeuge ein. Wo du etwas nicht weißt, schreibst du ein Fragezeichen. Das ist keine Schwäche, das ist ehrlich. Ein geratener Punkt kostet dich später Geld.
Vom Toolnamen zum Datenweg
- StartsignalTrigger
- DatenEingabe
- VerarbeitungNode
- ErgebnisAusgabe
Für jeden Übergang fragst du:
- Was startet?
- Welche Eingabe liegt vor?
- Was macht der Schritt?
- Welche Ausgabe entsteht?
- Über welche Schnittstelle geht es weiter?
Erklärung zur Folie
Ab hier lässt du die Marken liegen. Es bleiben Fragen, die für jedes Werkzeug gelten, auch für eins, das es heute noch gar nicht gibt. Wer sie für einen Ablauf vollständig beantworten kann, findet sich auch in einer neuen Oberfläche zurecht. Weil die Fragen dieselben bleiben.
Alles, was jetzt kommt, findest du im Lernpfad zum Anklicken, in Lektion 1 bis 6. Du klickst, probierst und siehst sofort, was passiert.
Welche Trigger gibt es?
| Triggerkarte | Was startet den Lauf? | Was liegt beim Start vor? | In n8n |
|---|---|---|---|
| Testknopf | eine Person mit einem Klick | Testdaten | Manual Trigger |
| Zeitplan | die Uhr | meist noch keine Fachdaten | Schedule Trigger |
| Formularereignis | das Formular oder die App sendet | die übertragenen Formularfelder | Webhook |
| Polling | der Workflow fragt die Quelle ab | erst die Antwort der Quelle | Schedule Trigger plus HTTP Request oder App-Node |
Merk dir
Webhook wartet, Polling fragt.
Erklärung zur Folie
Stell dir vor, du wartest auf einen wichtigen Brief. Wie erfährst du, dass er da ist?
Erstens: Du gehst selbst hin und schaust nach, jetzt, weil du gerade Lust hast. Das ist der Testknopf, in n8n der Manual Trigger. Zweitens: Du gehst jeden Morgen um neun zum Briefkasten, ob etwas drin ist oder nicht. Das ist der Zeitplan, der Schedule Trigger. Wenn die Uhr startet, sind noch keine Daten da, der Ablauf muss sie sich erst holen. Drittens: Es klingelt, der Postbote meldet sich. Das ist das Formularereignis: Die Formular-App meldet sich sofort bei n8n. Technisch heißt das Webhook, n8n wartet an einer Adresse, die Quelle sendet dorthin. Baust du das Formular in n8n selbst, startet es der n8n Form Trigger. Viertens: Du hast keine Klingel und weißt nicht, wann der Brief kommt, also schaust du alle fünf Minuten nach. Meistens ist nichts drin. Das ist Polling.
Verwechselt werden fast immer drei und vier. Beim Formularereignis schickt die Quelle die Nachricht zu dir. Beim Polling fragst du die Quelle.
Wo ein Lauf doppelt startet
| Triggerkarte | So startet derselbe Vorgang zweimal | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Testknopf | zweimal geklickt, und dahinter hängt eine echte Mail | Testdaten markieren, echte Systeme erst anschließen, wenn der Test steht |
| Zeitplan | falsche Zeitzone, Zeitumstellung, ein Lauf dauert länger als der Abstand | Zeitzone in den Workflow-Settings prüfen, Läufe nicht überlappen lassen |
| Formularereignis | zweimal auf Absenden geklickt, oder die App stellt erneut zu | Vorgangs-ID merken, schon gesehene IDs überspringen |
| Polling | jede Abfrage liefert die alten Datensätze noch einmal | letzte ID oder Zeitstempel merken (Cursor), nur Neueres holen |
Merk dir
Der Trigger startet den Lauf. Ob die Daten stimmen, prüfen die Nodes danach.
Erklärung zur Folie
Der Trigger sagt dir, wann es losgeht. Er sagt dir nicht, ob die Daten stimmen, und er ist die häufigste Quelle für doppelte Bearbeitung. Darum stellst du bei jedem Trigger dieselbe Frage: Woran erkennt der Workflow, dass er diesen Vorgang schon hatte?
„Aufpassen“ ist keine Antwort. Die Antwort ist eine Kennung, ein Cursor oder eine Sperre. Eine Vorgangs-ID allein verhindert noch nichts; erst die Prüfung „schon gesehen?“ wirkt.
Übrigens sind manche App-Trigger in n8n in Wahrheit Polling. Der Gmail Trigger zum Beispiel fragt in Abständen nach, das siehst du am Feld Poll Times.
Aktion, Node, Ausgabe
| Begriff | Bedeutung im Datenweg | Beispiel |
|---|---|---|
| Aktion | die Arbeit, die getan wird | Daten lesen, prüfen, verändern, senden |
| Node | der einstellbare Baustein für diese Arbeit | Felder anlegen, Filter anwenden |
| Ausgabe | das tatsächliche Ergebnis des Bausteins | thema und id für den nächsten Schritt |
Ein Node hat Eingang, Einstellung und Ausgang. Der nächste Node bekommt nur, was am Ausgang steht.
Merk dir
Ein Lauf kann technisch erfolgreich sein und trotzdem fachlich falsch. Darum liest du nach jedem wichtigen Node die Ausgabe.
Erklärung zur Folie
Aktion ist die Arbeit: lesen, prüfen, verändern, senden. Node ist der Baustein, der sie macht; in Make heißt er Modul, gemeint ist dasselbe. Ausgabe ist das, was hinten rauskommt.
Ein Node ist kein Symbol. Er hat einen Eingang, eine Einstellung, er tut etwas, und er hat einen Ausgang. Der nächste Schritt bekommt nur, was am Ausgang steht, nicht automatisch alles, was vorher da war. Wie das schiefgeht, zeigt die nächste Folie.
Grün und trotzdem kaputt
Ein Edit Fields bekommt name und thema und soll das Feld zustaendig dazuschreiben. Output mit Include Other Input Fields aus:
{ "zustaendig": "Buchhaltung" }
Output mit Include Other Input Fields an:
{ "name": "Alex", "thema": "Rechnung", "zustaendig": "Buchhaltung" }
Achtung
Grün heißt nur: durchgelaufen. Ob das Ergebnis stimmt, siehst du im Output.
Erklärung zur Folie
Alex schickt eine Serviceanfrage. Am Eingang liegen zwei Felder: name ist Alex, thema ist Rechnung. Der Node soll eine Sache tun: dazuschreiben, wer zuständig ist. Du legst ein neues Feld an, zustaendig, Wert Buchhaltung, und führst ihn aus. Der Node wird grün. Geschafft?
Schau auf den Ausgang: Da steht nur zustaendig. Der Node hat genau getan, was du gesagt hast, ein neues Feld erzeugt. Dass er die alten behalten soll, hast du ihm nicht gesagt. Der nächste Schritt, der eine Zusammenfassung schreiben will, weiß nicht mehr, wer Alex ist. Das ist der Klassiker.
Der Schalter Include Other Input Fields gibt die Eingangsfelder mit weiter. In Lektion 3 im Lernpfad schaltest du ihn selbst um, die Wissensbox zeigt die Falle als Animation.
Schnittstelle: eine Verabredung zwischen Systemen
Alle drei laufen über eine API, also eine Adresse mit vereinbarten Feldern. Der Unterschied ist, wer den Austausch anstößt.
| Art | Wer stößt an? | Wer antwortet oder wartet? | Typischer Fall |
|---|---|---|---|
| Abruf | n8n fragt einmal gezielt | das andere System antwortet | Status von Vorgang 1042 lesen |
| Webhook | das andere System sendet von sich aus | n8n wartet an einer Adresse | eine neue Anfrage wird zugestellt |
| Polling | n8n fragt regelmäßig | das andere System antwortet, oft mit leerer Liste | alle 5 Minuten nach neuen Datensätzen suchen |
Jede Art braucht vier Vereinbarungen: Adresse, Berechtigung, Felder, Fehlerverhalten.
Merk dir
Status 200 heißt nur: Der Transport hat geklappt.
Erklärung zur Folie
Damit zwei Systeme Daten austauschen, brauchen sie eine Verabredung: eine Adresse, unter der ein System erreichbar ist, plus die Regel, welche Felder man hinschickt und welche zurückkommen. Das ist eine Schnittstelle, auf Englisch API. Kein Zauber.
Webhook und Polling sind keine Alternativen zur API, beide laufen darüber. Beim Abruf, im Lernpfad API-Aufruf genannt, will n8n etwas wissen und fragt einmal: Status von 1042? Antwort: offen. Beim Webhook ist es umgekehrt: n8n stellt eine Adresse bereit und wartet, die Formular-App schickt die Felder dorthin, sobald jemand absendet. Das ist die Klingel. Beim Polling kann das andere System nicht klingeln, also fragt n8n regelmäßig: Gibt es Neues seit dem letzten Mal?
Zu den vier Vereinbarungen: Die Berechtigung sorgt dafür, dass nicht jeder anfragen kann; in n8n speicherst du sie immer als Credential, nie im Textfeld. Die Felder sind der Vertrag. Und das Fehlerverhalten legt fest, was passiert, wenn das andere System nicht antwortet oder dieselbe Meldung zweimal schickt. Die 200 sagt dir nicht, ob in der Antwort das richtige Feld steht oder ob der Status „offen“ heißt oder „Offen“. Im Webhook-Simulator probierst du Sender und Postfach selbst aus.
Mapping und Datentypen
| Eingang wird zu Ziel | Das Ziel erwartet |
|---|---|
thema wird zu fachbereich |
Text und einen erlaubten Wert |
anzahl wird zu menge |
Zahl, nicht Text |
freigegeben wird zu status |
Boolean, nicht Text |
51ist eine Zahl,"51"ist Text: gleicher Inhalt, anderer Datentyp.themaundThemasind zwei verschiedene Felder.
Merk dir
Mapping übernimmt Werte. Es prüft sie nicht. Typ und Feldname prüfst du vor dem nächsten Schritt selbst.
Erklärung zur Folie
Mapping heißt Zuordnung: Wie landet ein Feld aus dem einen Schritt im richtigen Feld des nächsten? Klingt banal, ist aber die Stelle, an der die meisten Abläufe brechen. Und zwar wegen zwei Fallen, die unsichtbar sind, wenn du nicht genau hinschaust.
Erste Falle, der Datentyp. 51 und "51" sehen auf dem Bildschirm fast gleich aus. Das erste ist eine Zahl, damit kann n8n rechnen und vergleichen. Das zweite ist Text, der zufällig aussieht wie eine Zahl. Manchmal merkst du das sofort: Ein If oder Filter, der „größer als 50“ prüft, wird rot und meldet „Wrong type“. Gefährlicher ist der leise Fall. Rechnest du {{ $json. und anzahl ist der Text "3", kommt "31" heraus statt 4. Kein Fehler, nichts rot, nur ein falsches Ergebnis. Wie du einen Wert vorher prüfst, zeigt Teil 5.
Zweite Falle, der Feldname. Sucht der nächste Schritt thema und im Datensatz steht Thema, findet er nichts. Das gibt keinen Fehler, das Feld ist einfach leer, und der Node läuft grün durch. In Lektion 5 im Lernpfad klickst du beide Fallen selbst an.
Fehler sichtbar machen
- Fehlendes Feld: Der nächste Schritt kann nicht mappen.
- Falscher Typ: Eine Rechnung oder ein Vergleich fällt anders aus als gedacht.
- Doppelte Auslösung: Eine Anfrage wird zweimal bearbeitet.
- Unklare Schnittstelle: Der Transport klappt, aber die Bedeutung geht verloren.
Such von vorne, nicht von hinten. Der erste Übergang, der nicht mehr dem Vertrag entspricht, ist dein Fehler. Alles danach ist Folgeschaden.
Merk dir
Die erste Frage: Welcher Übergang war zuletzt noch korrekt?
Erklärung zur Folie
Dein Ablauf hat vier Schritte, und der letzte ist rot. Fast jeder klickt dann auf den roten Schritt, liest „Feld nicht gefunden“ und sitzt da.
Die rote Meldung ganz hinten ist fast nie die Ursache, sie ist die Folge. Die Ursache liegt weiter vorne: Da ist ein Feld verschwunden, weil Include Other Input Fields aus war. Oder eine Zahl kam als Text an. Der Schritt dazwischen hat das brav weitergereicht, grün, weil er nichts prüft. Erst der letzte fällt hin, weil er das Feld wirklich braucht.
Darum gehst du von vorne durch und fragst bei jedem Pfeil zwischen zwei Schritten: Kommt hier noch an, was der nächste Schritt erwartet? Alle Felder da, richtiger Typ, richtiger Name? Behebst du den ersten Bruch, verschwindet der Folgeschaden meist von allein. In Lektion 6 im Lernpfad klickst du genau so eine Kette durch.
Dein Auftrag
- Lernpfad: Lektion 1 bis 6 durchklicken. Einen Satz notieren, den du vorher nicht wusstest.
- Triggerkarten: je Karte eine Zeile. Wer startet, welche Daten liegen vor, wo kann es doppelt starten, was hilft dagegen, welcher n8n-Trigger passt?
- Schnittstellen: zwei Skizzen, „ich frage nach“ und „mir wird etwas zugestellt“. An jeden Pfeil die Felder, dazu die vier Vereinbarungen.
- Werkzeugwahl: für einen eigenen Ablauf fünf Muss-Kriterien und zwei Wünsche, dann die Werkzeuge eintragen.
Merk dir
Für Karten, Skizzen und Kriterien reicht ein Blatt Papier. Was du nicht weißt, bekommt ein Fragezeichen.
Erklärung zur Folie
Für die Triggerkarten gibt es einen Maßstab. Eine gute Zeile nennt, wer startet: eine Person, die Uhr, ein fremdes System oder der Workflow selbst. Beim Zeitplan steht ausdrücklich, dass beim Start noch keine Fachdaten da sind. Und die Gegenmaßnahme ist konkret: Vorgangs-ID, Cursor, Sperre oder Zeitzone. Vergleich deine Zeilen danach mit den Karten in Lektion 2.
Zur Zeitzone noch genau: Sie steht nicht im Schedule Trigger, sondern in den Einstellungen des Workflows, im Drei-Punkte-Menü oben rechts unter Settings, Timezone, zum Beispiel Europe/Berlin. Ist dort nichts eingestellt, gilt die Zeitzone der ganzen n8n-Instanz.
In den Skizzen markierst du die Stelle, an der es bricht, wenn ein Feld anders heißt als vereinbart. Den Unterschied zwischen nachfragen und zugestellt bekommen spielst du im Webhook-Simulator durch.
Zum Schluss zwei Sätze für dich: Welchen Übergang kann ich selbst erklären? Und was war mein Satz aus dem Lernpfad?
Was bleibt hängen?
Was startet einen Workflow?
Antwort
Ein Trigger: manuell, nach Zeitplan oder durch ein Ereignis von außen. Ob die Daten stimmen, prüft er nicht.
n8n oder KI-Agent: Wer wählt den Weg?
Antwort
In n8n legst du ihn beim Bauen fest, und er ist sichtbar. Der Agent wählt Schritte und Tools selbst, während er läuft.
Webhook oder Polling: Wer stößt an?
Antwort
Beim Webhook sendet die Quelle und n8n wartet, beim Polling fragt n8n regelmäßig. Beide brauchen Adresse, Berechtigung, Felder und Fehlerverhalten.
Hinten ist ein Node rot. Wo fängst du an?
Antwort
Vorne, beim ersten Übergang, der nicht mehr zum Vertrag passt. Die Nodes davor können grün und trotzdem falsch sein.
Erklärung zur Folie
Beantworte die Fragen zuerst für dich, dann klapp die Antworten auf. Hakt eine, geh zurück zur passenden Folie oder ins Fehlerlabor: Dort übst du genau den Blick dafür, dass grün nicht richtig heißt.
Weiter im Kurs
- LernpfadLektionen zum Nachklicken1 · Der Merksatz2 · Trigger3 · Aktion und Node4 · Schnittstelle5 · Mapping und Datentypen6 · Fehler finden
- Übung 1Fehlerlabor: grün heißt nicht richtig
- Übung 3Webhook-Simulator: Sender und Postfach
- WissensboxDie wichtigsten Dinge, in Bewegung
- Nächster TeilTeil 2: Dein erster eigener Workflow
ErikDu willst mehr als Selbstlernen? Dann lernst du n8n mit mir 1:1. Auf Anfrage bringe ich es auch Unternehmerinnen, Unternehmern und ganzen Teams bei. Erzähl mir im Erstgespräch, was du vorhast.
15 Minuten mit Erik