KI-Manager:in · Präsentation · Teil 2
KI in Branchen, Prompts und Agenten
Folien zum KI-Manager-Lernpfad: vier Bausteine für jeden Prompt, KI in sechs Branchen, Aufgaben richtig auswählen und eigene Agenten in Copilot.
Ein Kurs von Erik Lorenscheit, Gründer von hilfmirmal · Zuletzt aktualisiert am
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Teil 2 · KI in Branchen, Prompts und Agenten
Ein Prompt ist ein Arbeitsauftrag
„Schreib mir eine Mail an den Kunden.“ So sehen die meisten Prompts aus. In diesem Teil lernst du, daraus einen Auftrag zu machen, mit dem eine KI etwas Brauchbares liefert. Danach schaust du, wo KI in Unternehmen arbeitet, und baust eigene Agenten.
- Prompts als Auftrag
- KI in Branchen
- Agenten bauen
hilfmirmal.de · KI-Manager:in
Erklärung zur Folie
In Teil 1 hast du gesehen: Eine KI klingt überzeugend, auch wenn sie falsch liegt. Und ein Modell kann den Hintergrund lernen statt das, worum es eigentlich geht. Jetzt geht es darum, wie du mit KI arbeitest, damit am Ende etwas Brauchbares herauskommt.
Zuerst die Prompts. Der typische Prompt ist ein Satz. Derselbe Auftrag mit vier Bausteinen sieht ganz anders aus, und das Ergebnis auch. Dann schaust du in echte Branchen: Wo arbeitet KI schon, und welche Aufgaben eignen sich? Zum Schluss baust du eigene Agenten in Copilot und legst fest, wie viel sie allein dürfen. Den passenden Stoff zum Nachlesen findest du in Lerntag 2.
Findest du die Fehler?
„Der EU AI Act gilt seit 2020 und verbietet Sprachmodelle im Büro. ChatGPT schlägt jede Antwort in einer Datenbank nach. Deshalb halluziniert es nicht.“
| Aussage | Lösung |
|---|---|
| „gilt seit 2020“ | Falsch: in Kraft seit 1. August 2024, die Pflichten gelten gestaffelt. |
| „verbietet Sprachmodelle im Büro“ | Falsch: Er verbietet keine Sprachmodelle, er regelt Risiken. |
| „schlägt jede Antwort in einer Datenbank nach“ | Falsch: Es erzeugt Text aus gelernten Mustern. |
| „Deshalb halluziniert es nicht.“ | Falscher Schluss: Gerade deshalb kann es halluzinieren. |
Erklärung zur Folie
Deck die rechte Spalte ab und such zuerst selbst, zwei Minuten, ohne KI. Drei Sätze, mehrere Fehler.
Dann gib den Text einer KI, aber nicht als Frage, sondern als Auftrag: „Du bist ein genauer Prüfer. Prüfe den folgenden Text auf Logikfehler, falsche Fakten und ungenaue Begriffe. Nenne jeden Fehler, erkläre ihn in einem Satz und schlage eine korrigierte Fassung vor. Keine Einleitung.“ Vergleich mit deiner Liste. Hat die KI etwas gefunden, das du übersehen hast? Hat sie etwas erfunden?
Die Auflösung steht in der Tabelle. Achte vor allem auf eins: Auch der Prüfer kann falsch liegen. Genau diesen Prüfer baust du am Ende dieses Teils als festen Agenten.
Was ist Prompt Engineering?
Eine Anweisung so formulieren, dass das Modell das gewünschte Ergebnis zuverlässig liefert.
Was die KI mitbringt
- Sprache und Allgemeinwissen.
- Grammatik, Stil, Fachbegriffe.
- Wissen bis zum Trainingsstichtag.
Was sie nicht weiß
- Alles über dich und deine Arbeit.
- Deine Firma, dein Projekt, deine Kundschaft, deinen Ton.
- Die Zahl aus der letzten Besprechung.
Merk dir
Stell dir eine neue Kollegin am ersten Arbeitstag vor: schlau, aber ohne jeden Kontext.
Erklärung zur Folie
Die meisten Prompts sehen so aus: „Schreib mir eine Mail an den Kunden.“ Sieben Wörter. Und dann wundert man sich über die Antwort.
Prompt Engineering klingt nach Technik. Es ist vor allem gutes Delegieren. Stell dir vor, du gibst die Aufgabe einer neuen Kollegin an ihrem ersten Arbeitstag. Sie ist schlau und spricht perfekt Deutsch, kennt aber deine Firma nicht, dein Projekt nicht und deinen Ton nicht.
Links steht, was die KI mitbringt. Rechts, was sie nicht weiß. Alles aus der rechten Spalte musst du in den Prompt schreiben.
Vier Bausteine für jeden Prompt
| Baustein | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Rolle | Wer ist die KI? | „Du bist Kundenberaterin in einem Fahrradladen.“ |
| Ziel | Was soll herauskommen? | „Beantworte eine Beschwerde über eine verspätete Reparatur.“ |
| Kontext | Wer, wofür, welcher Ton? | „Der Kunde wartet seit zehn Tagen, das Ersatzteil kommt am Freitag. Wir duzen unsere Kunden.“ |
| Ergebnisform | Wie sieht es aus? | „Höchstens 120 Wörter, mit Betreffzeile.“ |
Merk dir
Rolle, Ziel, Kontext, Ergebnisform. Der Kontext macht den größten Unterschied.
Erklärung zur Folie
Vier Bausteine reichen für die meisten Aufgaben. Die Rolle setzt Wortschatz und Blickwinkel. Das Ziel beschreibt ein Ergebnis, kein Thema: nicht „etwas über die Reparatur“, sondern „beantworte die Beschwerde“.
Der Kontext ist der Baustein, der den größten Unterschied macht. Ohne ihn erfindet die KI die Lücken: einen Anlass, einen Namen, einen Ton. Mit ihm weiß sie, dass der Kunde seit zehn Tagen wartet, wann das Teil kommt und dass im Laden geduzt wird.
Die Ergebnisform legt Format, Länge und Aufbau fest. Merk dir die vier Bausteine gut. Jede Anweisung für einen Agenten, die du am Ende dieses Teils schreibst, besteht aus genau diesen vier Teilen.
Zum Ausprobieren: vom Einzeiler zum Auftrag
Prompt 1: ein Satz
- „Schreib eine Mail an einen Kunden.“
- Antwort: ein förmlicher Dank an „Herrn Mustermann“ für das Interesse an den Produkten.
- Höflich und nutzlos: Anlass, Name und Ton sind erfunden.
Prompt 2: vier Bausteine
- Rolle, Ziel, Kontext und Form von der letzten Folie.
- Antwort: „Betreff: Dein Rad ist Freitag fertig. Hi Jonas, sorry, dass du so lange warten musst …“
- Anlass, Datum und Anrede stimmen. Kann raus.
Beispielantworten, nachgestellt. Bei dir kommt jedes Mal eine andere Antwort.
Erklärung zur Folie
Probier es selbst aus, mit Copilot, ChatGPT oder einem anderen Chatbot. Öffne ein neues Fenster und schick nur den ersten Satz. Du siehst, was passiert: Die KI erfindet einen Anlass, einen Namen und einen Ton. Die Mail ist höflich, aber du kannst sie niemandem schicken.
Dann öffne ein zweites neues Fenster und schick den Prompt mit allen vier Bausteinen. Jetzt stimmen Anlass, Datum und Anrede. Leg beide Antworten nebeneinander und frag dich: Welche Mail würde ich so abschicken?
Die Maschine ist dieselbe. Der Unterschied liegt nur in deinem Auftrag.
Prompt-Reparatur: Was fehlt?
| Prompt | Was fehlt |
|---|---|
| „Schreib einen Text über unser Projekt.“ | fast alles: welches Projekt, für wen, wie lang? |
| „Du bist Experte. Mach das besser.“ | Ziel und Kontext: Experte wofür, was heißt besser? |
| „Fasse den Bericht kurz zusammen.“ | Ergebnisform und Zielgruppe: drei Sätze oder eine Seite, für wen? |
| „Schreib eine freundliche Absage, 100 Wörter.“ | Kontext: an wen, wofür, warum, wer unterschreibt? |
Erklärung zur Folie
Rate zuerst selbst: Welcher Baustein fehlt? Deck dafür die rechte Spalte ab. Das sind vier Prompts, wie man sie jeden Tag sieht.
Beim ersten fehlt fast alles. Welches Projekt, für wen, wie lang? Die KI kann nur raten. Beim zweiten ist die Rolle da, aber Experte wofür? Und was heißt besser: kürzer, klarer, förmlicher? Beim dritten ist unklar, was „kurz“ heißt und ob die Chefin oder Laien den Text lesen. Beim vierten stimmen Form und Ton, aber die Absage an wen, wofür, warum? Wird geduzt oder gesiezt?
Du siehst: Meist fehlt der Kontext. Genau den übst du auf der nächsten Folie.
Zum Ausprobieren: ein Protokoll aus Stichpunkten
Abstimmung Kartierung Gewerbegebiet Nord, Mo
- Brutvögel bis Mitte Okt? eher Ende Okt wg Wetter
- Befliegungsdaten kommen KW 41, Format klären (GeoTIFF?)
- Hr. S. will Kosten Nachkartierung wissen, Angebot
- Eidechsen-Fund Südrand, Fotos da, Gutachterin informieren
- nächstes Treffen 12.10., 10 Uhr, online
- Protokoll bis Mi rumschicken
Lass eine KI aus diesen erfundenen Notizen ein Protokoll machen: Beschlüsse, Aufgaben (wer, was, bis wann), offene Fragen.
Achtung
Dann prüfen: Hat die KI Namen, Termine oder Zuständigkeiten erfunden, die nicht in den Notizen stehen?
Erklärung zur Folie
So sehen Notizen aus einer Besprechung wirklich aus: Abkürzungen, Fragezeichen, halbe Sätze. Alles hier ist erfunden. Nimm dir acht Minuten und schreib einen eigenen Prompt mit Rolle, Ziel, Kontext und Ergebnisform. Häng die Notizen an und schick ihn ab.
Dann kommt die wichtigste Frage: Hat die KI etwas erfunden? Steht im Protokoll ein voller Name für Herrn S.? Ein Datum für das Angebot, das in den Notizen gar nicht steht? Eine Zuständigkeit, die keiner vergeben hat?
Genau das passiert oft. Die KI füllt Lücken, damit das Protokoll vollständig aussieht. Deshalb gehört in deinen Prompt ein Satz wie: „Erfinde nichts. Wo eine Angabe fehlt, schreib ‚offen‘.“
Techniken aus dem Werkzeugkasten
| Technik | Was du tust | Beispiel |
|---|---|---|
| Few-Shot | Beispiele zeigen | drei Texte im Wunschstil, dann: „Schreib den vierten.“ |
| Einschränkend | Grenzen setzen | „Höchstens 200 Wörter, keine Fachbegriffe.“ |
| Iterativ | nachschärfen | „Kürzer.“ „Förmlicher.“ „Als Tabelle.“ |
| Systemanweisung | feste Regel | gilt für jedes Gespräch, das ist später dein Agent |
| Eindeutig | Doppeldeutiges vermeiden | „Kurz“ heißt was? Drei Sätze oder eine Seite? |
Erklärung zur Folie
Few-Shot heißt: Du zeigst der KI Beispiele. Drei Produktbeschreibungen in deinem Stil, dann soll sie die vierte schreiben. Das funktioniert oft besser als jede Stilbeschreibung. One-Shot ist dasselbe mit einem einzigen Beispiel.
Einschränkende Prompts setzen Grenzen: Länge, Zielgruppe, verbotene Wörter. Iterativ heißt: Die erste Antwort ist ein Entwurf. Du sagst „kürzer“, „förmlicher“ oder „die Zahlen als Tabelle“. Du musst also nicht beim ersten Mal den perfekten Prompt schreiben.
Eine Systemanweisung ist eine Regel, die für das ganze Gespräch gilt. Genau das schreibst du später in deine Agenten. Und Doppeldeutigkeiten vermeidest du, indem du sagst, was du meinst: Was ist „kurz“? Sag es.
Die KI denken und prüfen lassen
- Selbstkontrolle: „Prüfe deine Antwort auf Fehler.“ Fängt manche Fehler, nicht alle.
- Chain of Thought: „Begründe Schritt für Schritt.“ Du siehst, wo es kippt.
- Prompt Chaining: eine große Aufgabe in Etappen, nach jeder prüft ein Mensch.
- Bewertungen in fünf ThemenEtappe 1
- Themen nach HäufigkeitEtappe 2
- Drei Maßnahmen fürs häufigsteEtappe 3
Erklärung zur Folie
Selbstkontrolle heißt: Du bittest die KI, ihre eigene Antwort zu prüfen. Das fängt manche Fehler, aber nicht alle. Die KI prüft mit denselben Mustern, mit denen sie den Fehler gemacht hat. Chain of Thought heißt: Die KI schreibt ihre Denkschritte auf, bevor sie antwortet. Bei Rechnungen und Abwägungen siehst du dann, wo es kippt.
Prompt Chaining ist für dich als KI-Managerin oder KI-Manager die wichtigste Technik. Du zerlegst eine große Aufgabe in Etappen. Etappe eins: Kundenbewertungen in fünf Themen zusammenfassen. Etappe zwei: die Themen nach Häufigkeit sortieren. Etappe drei: für das häufigste Thema drei Maßnahmen vorschlagen.
Nach jeder Etappe schaut ein Mensch drauf. So findest du Fehler, bevor sie sich durch den ganzen Ablauf ziehen.
Was moderne Modelle selbst übernehmen
| Baustein | Wie wichtig | Warum |
|---|---|---|
| Chain of Thought | weniger wichtig | Reasoning-Modelle denken schon selbst in Schritten. |
| Rolle | hilft noch | wirkt schwächer als früher, schadet aber nicht |
| Ergebnisform | bleibt wichtig | Tabelle, Länge, Aufbau entscheidest du. |
| Kontext | am wichtigsten | Deine Kundschaft, dein Projekt, deine Zahlen kennt keine KI. |
Merk dir
Weniger Tricks, mehr Kontext.
Erklärung zur Folie
Vieles aus dem Werkzeugkasten übernehmen die großen Modelle inzwischen selbst. Die sogenannten Reasoning-Modelle denken vor der Antwort intern in Schritten. „Denk Schritt für Schritt“ bringt dort wenig. OpenAI rät in seiner Anleitung zu Reasoning-Modellen sogar davon ab, solche Denkschritte ausdrücklich zu verlangen. Die Rolle hilft noch, wirkt aber schwächer als früher.
Was die KI nicht selbst übernehmen kann, ist dein Kontext. Sie weiß nicht, wer deine Kundin ist, was deine Chefin erwartet und welche Zahl aus der letzten Besprechung stimmt. Und die Ergebnisform bleibt deine Entscheidung. Wenn du eine Tabelle zum Weiterarbeiten brauchst, sag es.
Daraus folgt die Regel, die bleibt, auch wenn die Modelle klüger werden: weniger Tricks, mehr Kontext.
Wo arbeitet KI heute schon?
Dort, wo viel Text, viele Daten oder viele gleiche Entscheidungen anfallen:
- Viel Text: Mails, Berichte, Anträge, Protokolle.
- Viele Daten: Sensoren, Verkäufe, Satellitenbilder.
- Viele gleiche Entscheidungen: sortieren, prüfen, zuordnen.
Achtung
Der Mensch bleibt vorn, wo jeder Fall einzigartig ist und viel auf dem Spiel steht.
Erklärung zur Folie
Überleg kurz: Wo ist dir in letzter Zeit KI begegnet, ohne dass du sie bewusst benutzt hast? Typische Antworten sind Streaming-Empfehlungen, der Spamfilter, das Navi, der Kundenservice auf einer Website oder ein Übersetzer.
KI steckt selten in einem großen Roboter. Meist steckt sie in einem unscheinbaren Schritt: eine Mail vorsortieren, eine Nachfrage schätzen, ein Bild auf Fehler prüfen.
Die Regel dahinter steht auf der Folie: viel Text, viele Daten, viele gleiche Entscheidungen. Wo jeder Fall einzigartig ist und viel auf dem Spiel steht, bleibt der Mensch vorn.
Zwei Arten von KI im Unternehmen
- Vorhersagende KI schätzt, sortiert, erkennt: Nachfrage schätzen, Betrug erkennen, Anfragen sortieren.
- Generative KI schreibt, fasst zusammen, erzeugt: Texte, Zusammenfassungen, Bilder. ChatGPT, Copilot, Claude.
- Rechnung kommt rein
- Auffälliger Betragvorhersagend
- Erklärung für die Buchhaltunggenerativ
Merk dir
Nicht jedes Problem braucht ein Sprachmodell. Manchmal reicht eine Regel oder eine Excel-Formel.
Erklärung zur Folie
Vorhersagende KI kennst du aus Teil 1: Ein Modell lernt aus Beispielen und erkennt dann etwa Daumen hoch oder Daumen runter. Solche Modelle schätzen Nachfrage, erkennen Betrug und sortieren Anfragen. Generative KI schreibt, fasst zusammen und erzeugt Bilder. Die kennst du aus ChatGPT und Copilot.
In der Praxis kommen beide zusammen. Eine Rechnung kommt rein. Ein Modell erkennt, dass der Betrag auffällig ist. Ein Sprachmodell schreibt dazu eine kurze Erklärung für die Buchhaltung.
Und ein wichtiger Satz für deine Rolle: Nicht jedes Problem braucht ein Sprachmodell. Manchmal reicht eine Regel oder eine Excel-Formel. Die ist billiger und nachvollziehbarer.
KI in Handel, Logistik, Industrie und Medien
| Branche | Was KI dort macht |
|---|---|
| Handel | Nachfrage schätzen aus Verkäufen, Wetter, Ferien und Aktionen; Produkttexte; Empfehlungen im Shop |
| Logistik | Touren planen, Lieferzeit schätzen aus Verkehr, Wetter und Auslastung, Lieferscheine und Frachtbriefe auslesen |
| Industrie | Qualitätsprüfung per Kamera am Band, vorausschauende Wartung mit Sensordaten |
| Medien | Transkripte, Untertitel, Übersetzung, Entwürfe und Bildvarianten |
Achtung
Die Vorhersage ist nur so gut wie die Daten. Ändert sich das Verhalten plötzlich, liegt das Modell daneben. Wie beim Husky.
Erklärung zur Folie
Im Handel ist die klassische Frage: Wie viel verkaufe ich demnächst? Ein Modell lernt aus Verkaufszahlen, Wetter, Ferien und Aktionen. Dazu kommt generative KI für Produkttexte zu hundert Artikeln und Antworten auf Standardfragen. In der Logistik geht es um Touren, Zeiten und Papiere: welche Route, in welcher Reihenfolge, wann kommt die Lieferung an? Und KI liest Lieferscheine oder Frachtbriefe aus, statt dass jemand abtippt.
In der Industrie schaut eine Kamera auf jedes Bauteil am Band, ein Modell erkennt Kratzer oder Risse. Das ist dasselbe Prinzip wie Teachable Machine aus Teil 1, nur mit viel mehr Trainingsbildern. Vorausschauende Wartung heißt: Sensoren messen Vibration oder Temperatur, ein Modell erkennt Muster vor einem Ausfall, und gewartet wird, bevor die Linie steht.
In den Medien spart KI vor allem Handarbeit. Die Verantwortung ist dort besonders groß: Ein falsches Zitat landet bei Tausenden Menschen. Bei Bildern kommen Urheberrecht und Kennzeichnung dazu, darum geht es in Teil 5.
Gesundheit und Verwaltung
Gesundheit
- Arztbriefe vorbereiten: Die Ärztin prüft und unterschreibt.
- Bildauswertung als Zweitmeinung: Hinweis auf Auffälligkeiten, die Diagnose stellt ein Mensch.
Verwaltung
- Anträge vorsortieren: vollständig, zuständig?
- Bürgerfragen beantworten, lange Akten zusammenfassen.
Achtung
Hohe Hürden: Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO). Manche Einsätze gelten nach dem AI Act als Hochrisiko.
Erklärung zur Folie
Im Gesundheitswesen fließt viel Zeit in Dokumentation. KI kann aus Notizen einen Arztbrief vorbereiten, den die Ärztin prüft und unterschreibt. Bei Röntgen- oder Hautbildern kann ein Modell auf Auffälligkeiten hinweisen. Die Diagnose stellt ein Mensch. In der Verwaltung geht es um Anträge und Anfragen: KI sortiert vor, beantwortet Standardfragen und fasst lange Akten zusammen.
In beiden Bereichen sind die Hürden hoch. Gesundheitsdaten gehören nach Artikel 9 DSGVO zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten. Und der AI Act stuft manche Einsätze als Hochrisiko ein, zum Beispiel KI, die selbst ein Medizinprodukt ist (Art. 6 Abs. 1 mit Anhang I), oder KI, die prüft, ob jemand Anspruch auf öffentliche Unterstützungsleistungen hat (Anhang III Nr. 5 Buchst. a).
Für den Anfang reicht dir eine Faustregel: Je näher die KI an eine Entscheidung über Menschen rückt, desto strenger die Regeln. Einordnung, keine Rechtsberatung.
Geodaten, Umwelt und Landwirtschaft
| Bereich | Beispiel | Was die KI tut |
|---|---|---|
| Geodaten | ESA WorldCover | Landbedeckung aus Satellitenbildern, eine Weltkarte in 10 m Auflösung |
| Geodaten | Luftbilder | Gebäude automatisch erkennen |
| Artenschutz | BirdNET | erkennt Vögel am Gesang |
| Artenschutz | Pl@ntNet | erkennt Pflanzen am Foto |
| Landwirtschaft | Plantix | erkennt Pflanzenkrankheiten am Handyfoto |
| Landwirtschaft | See & Spray von John Deere | spritzt nur dort, wo die Kamera Unkraut sieht |
| Planung und Bau | generative KI | Protokolle, Umweltberichte gliedern, Stellungnahmen auswerten, Metadaten beschreiben |
Erklärung zur Folie
Stell dir ein Satellitenbild der Mission Sentinel-2 aus dem europäischen Copernicus-Programm vor: Mecklenburg-Vorpommern und das Stettiner Haff im Winter. Du siehst Wasser, weißes Eis auf dem Haff, das Flickwerk der Äcker und dunkle Flächen, die Wald sind. Genau das macht eine KI mit jedem Pixel. Die ESA hat so eine Karte für die ganze Welt erstellt, ESA WorldCover, aus Daten von Sentinel-1 und Sentinel-2. Unter viewer. kannst du in eine Gegend zoomen, die du kennst.
Im Umwelt- und Artenschutz erkennt BirdNET Vögel am Gesang, entwickelt vom Cornell Lab of Ornithology und der TU Chemnitz. Pl@ntNet aus einem französischen Forschungskonsortium erkennt Pflanzen am Foto. In der Landwirtschaft erkennt die in Berlin gegründete App Plantix Pflanzenkrankheiten am Handyfoto. Und bei See & Spray von John Deere erkennen Kameras Unkraut und steuern die Düsen einzeln, gespritzt wird nur dort.
In Planung und Bau ist es vor allem generative KI: Protokolle schreiben, Umweltberichte gliedern, Stellungnahmen aus Bürgerbeteiligungen auswerten, Metadaten beschreiben. Wo würdest du in deiner Arbeit zuerst ansetzen?
Vorhersagend oder generativ?
| Aufgabe | Lösung | Warum |
|---|---|---|
| Satellitenbild: Wald, Acker oder Wasser? | vorhersagend | Jedes Pixel bekommt eine Klasse. |
| Vogelart am Gesang erkennen | vorhersagend | Aufnahme rein, Art mit Wahrscheinlichkeit raus. |
| Entwurf für ein Kapitel im Umweltbericht | generativ | Ein neuer Text entsteht, eine Fachperson prüft. |
| Ernte für ein Feld schätzen | vorhersagend | aus Satellitendaten, Wetter und Vorjahren |
| Beschreibung für einen Geodatensatz schreiben | generativ | Metadaten als Text, die Werte prüfst du selbst. |
| 200 Stellungnahmen zu einem Bauplan zusammenfassen | generativ | oft beides: erst sortieren, dann zusammenfassen |
Erklärung zur Folie
Rate zuerst selbst und deck dafür die Spalten „Lösung“ und „Warum“ ab. Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Ordnet die KI etwas ein oder schätzt sie einen Wert, oder schreibt sie etwas Neues?
Beim Satellitenbild bekommt jedes Pixel eine Klasse, das ist vorhersagend. Ebenso die Vogelstimme: Aufnahme rein, Art mit Wahrscheinlichkeit raus. Auch die Ernte wird aus Satellitendaten, Wetter und Vorjahren geschätzt. Das Kapitel im Umweltbericht und die Beschreibung des Datensatzes sind generativ, ein neuer Text entsteht, und eine Fachperson prüft ihn.
Die letzte Zeile ist die interessanteste. Bei zweihundert Stellungnahmen kommt oft beides zusammen: erst sortieren, dann zusammenfassen. So sehen viele echte Prozesse aus.
Welche Aufgaben eignen sich für KI?
- Wiederholt sich: regelmäßig, nicht einmal im Jahr.
- Klar beschreibbar: Du kannst sie jemandem erklären.
- Material bekannt: Du weißt, wo es liegt.
- Feste Form: Eingabe und Ausgabe sehen immer ähnlich aus.
- Prüfbar: Du kannst sehen, ob das Ergebnis stimmt.
Achtung
Lässt sich das Ergebnis nicht prüfen: Finger weg.
Erklärung zur Folie
Ein Arbeitsprozess ist eine Folge von Schritten mit Anfang und Ergebnis. Fast jeder Prozess hat Schritte, die sich für KI eignen, und Schritte, die es nicht tun.
Die fünf Kriterien helfen beim Aussortieren. Wiederholt sich die Aufgabe? Kannst du sie jemandem erklären? Weißt du, wo das Material liegt? Hat das Ergebnis eine feste Form? Und kannst du prüfen, ob es stimmt?
Wenn du beim letzten Punkt nein sagst, lass die Finger davon. Ein Ergebnis, das niemand prüfen kann, ist ein Risiko.
Ampel-Check: Grün, Gelb oder Rot?
| Aufgabe | Ampel | Warum |
|---|---|---|
| Protokoll aus Stichpunkten schreiben | grün | wiederkehrend, feste Form, prüfbar; Namen und Termine gegenlesen |
| Beschreibung für einen Geodatensatz entwerfen | grün | feste Felder, klares Material; Werte selbst prüfen |
| Vogelarten für ein Gutachten per App bestimmen | gelb | guter Vorschlag, im Gutachten bestätigt eine Fachperson |
| Anschreiben für eine Bewerbung entwerfen | gelb | Entwurf ja, eigene Fakten und eigener Ton kommen von dir |
| Förderanträge automatisch bewilligen oder ablehnen | rot | Entscheidung über Menschen, nach AI Act oft Hochrisiko |
| Kundenmails ohne Prüfung automatisch versenden | rot | nicht prüfbar, bevor der Schaden da ist |
Erklärung zur Folie
Jetzt wendest du die Kriterien an. Grün heißt: gut für KI. Gelb: nur als Vorschlag. Rot: Finger weg. Deck die rechten Spalten ab und färb jede Aufgabe zuerst selbst ein.
Das Protokoll ist grün, weil es sich wiederholt, eine feste Form hat und du es prüfen kannst. Die Vogelbestimmung per App ist gelb: ein guter Vorschlag, aber im Gutachten bestätigt eine Fachperson. Förderanträge automatisch zu entscheiden ist rot, denn das ist eine Entscheidung über Menschen. Und Kundenmails ohne Prüfung zu versenden ist rot, weil du den Fehler erst siehst, wenn der Schaden da ist.
Nimm danach eine Aufgabe aus deinem eigenen Alltag und färb sie genauso ein.
Einen Prozess zerlegen
- Notizen in der BesprechungMensch
- Stichpunkte ordnenKI
- Entwurf schreibenKI
- Namen, Termine, Beschlüsse prüfenMensch
- Freigeben und versendenMensch
- Schritte der Reihe nach aufschreiben, mit Anfang und Ergebnis.
- Entscheidungen markieren: Wo muss jemand urteilen?
- Je Schritt festlegen: KI, Mensch oder beides?
- Übergabe klären: Wer prüft wann, bevor es weitergeht?
Erklärung zur Folie
So zerlegst du einen Prozess, am Beispiel des Protokolls von vorhin. In der Besprechung macht ein Mensch Notizen. Die Stichpunkte in Beschlüsse, Aufgaben und Fragen ordnen, das kann die KI. Den Entwurf schreiben auch. Namen, Termine und Beschlüsse prüft ein Mensch, und du hast bei der Übung gesehen, warum: Die KI erfindet gern Namen, Termine und Zuständigkeiten. Freigeben und versenden bleibt ebenfalls beim Menschen.
Der wichtigste Punkt ist die Übergabe. An welcher Stelle schaut ein Mensch drauf, bevor es weitergeht? Das gehört in jedes KI-Konzept, das du schreibst.
Was ist ein KI-Agent?
Ein KI-System, das ein Ziel verfolgt, dafür Schritte plant und Werkzeuge nutzt.
Chatbot: antwortet
- Du: „Zug nach Hamburg, Montag früh.“
- Antwort: Verbindungen um 6:04, 7:04 und 8:04 Uhr. Buchen kannst du bei der Bahn.
- Fertig. Den Rest machst du.
Agent: handelt
- Du: „Zug nach Hamburg, Montag früh.“
- Er sucht Verbindungen, bucht und trägt sie in den Kalender ein.
- Er handelt in deinem Namen.
Achtung
Bucht der Agent falsch, hast du falsch gebucht.
Erklärung zur Folie
Das Wort Agent hörst du gerade überall, und leider meint jeder etwas anderes. Ein Chatbot antwortet auf deine Frage. Du sagst „Zug nach Hamburg, Montag früh“ und bekommst drei Verbindungen. Fertig, den Rest machst du.
Ein Agent bekommt ein Ziel und arbeitet darauf hin. Er plant Schritte, nutzt Werkzeuge wie Websuche, Kalender oder E-Mail und prüft, ob er fertig ist. Er sucht, bucht und trägt es in den Kalender ein.
Das klingt praktisch. Es heißt aber auch: Der Agent handelt in deinem Namen. Wenn er falsch bucht, hast du falsch gebucht.
Wie viel darf der Agent allein?
| Stufe | Agent | Mensch |
|---|---|---|
| 1 | schlägt vor | entscheidet und handelt |
| 2 | bereitet vor | gibt frei |
| 3 | handelt | wird informiert, kann stoppen |
| 4 | handelt allein | prüft stichprobenartig |
- Kundenmails beantworten: Stufe 2. Entwurf vorbereiten, ein Mensch klickt auf Senden.
- Termin im eigenen Kalender: Stufe 3. Er trägt ein, du bekommst Bescheid.
- Überweisung ausführen: Stufe 1 oder gar nicht. Geld verlässt das Haus nur mit Freigabe.
Vereinfachtes Modell. Eine einheitliche Norm für Autonomiestufen gibt es nicht.
Erklärung zur Folie
Die wichtigste Frage bei jedem Agenten ist: Wie viel darf er allein? Dafür gibt es keine einheitliche Norm. Hier hilft ein einfaches Modell mit vier Stufen. Je höher die Stufe, desto besser müssen Prüfung, Protokoll und Notbremse sein.
Überleg bei den drei Beispielen zuerst selbst, bevor du liest. Kundenmails gehören auf Stufe zwei: Der Agent schreibt den Entwurf, ein Mensch klickt auf Senden. Einen Termin im eigenen Kalender darf er auf Stufe drei eintragen. Und eine Überweisung? Stufe eins oder gar nicht.
Die Agenten, die du gleich baust, stehen auf Stufe eins. Sie antworten, wenn du sie fragst. Sie schicken nichts ab und buchen nichts. Genau richtig zum Lernen.
Agenten gibt es auf vielen Plattformen
| Plattform | So heißen eigene Assistenten |
|---|---|
| Microsoft 365 Copilot | Agenten im Agent Builder, ohne Code |
| ChatGPT | GPTs mit fester Anweisung und Dateien |
| Gemini | Gems |
| Claude | Projekte mit Anweisungen und Wissen |
| n8n, Make, Power Automate, Zapier | Automatisierung: mehrere Schritte und Programme verbinden |
Merk dir
Überall gleich: eine feste Anweisung plus Wissen oder Werkzeuge.
Erklärung zur Folie
Fast jede Plattform bietet inzwischen eigene Assistenten an. In Copilot heißen sie Agenten, in ChatGPT GPTs, in Gemini Gems und in Claude Projekte. Die Idee ist überall gleich: Du schreibst eine feste Anweisung, die für jedes Gespräch gilt, gibst Wissen oder Werkzeuge dazu, und der Assistent arbeitet danach.
Sollen mehrere Schritte und Programme verbunden werden, kommen Automatisierungswerkzeuge dazu: n8n, Make, Power Automate oder Zapier. Das ist der Weg zu höheren Autonomiestufen.
Auf den nächsten Folien geht es um Copilot. Welche Funktionen im Agent Builder erscheinen, hängt von der Lizenz und den Freigaben in deinem Firmenkonto ab. Mit einem anderen Werkzeug klappt es nach demselben Muster.
Zum Ausprobieren: einen Agenten in Copilot bauen
- Copilot öffnen, bei den Agenten „Neuer Agent“ wählen, dann „Konfigurieren“.
- Name, Beschreibung und Anweisungen eintragen, Websuche aktivieren, falls angeboten.
- Rechts testen, dann „Erstellen“.
Du prüfst Texte, bevor sie jemand weitergibt. Prüfe auf drei Dinge:
1. Logik: Widerspricht sich der Text? Folgt ein Schluss nicht aus den Aussagen?
2. Fakten: Gibt es Angaben, die falsch oder erfunden sind? Prüfe Zahlen, Daten und Namen mit der Websuche und nenne die Quelle.
3. Genauigkeit: Welche Begriffe sind so schwammig, dass man sie falsch verstehen kann?
Nenne jeden Fehler einzeln: Zitat aus dem Text, was falsch ist, verbesserte Fassung.
Kannst du etwas nicht sicher prüfen, schreib das dazu.
Findest du keinen Fehler, sag das in einem Satz.
Keine Einleitung, kein Lob.
Erklärung zur Folie
Bau den Prüfer vom Anfang dieses Teils als festen Agenten. Copilot findest du zum Beispiel in Microsoft Teams links in der App-Leiste. Je nach Version heißt der Punkt „Neuer Agent“ auch „Agent erstellen“. Name: Fehlerfinder. Beschreibung: „Prüft Texte auf Logikfehler, falsche Fakten und ungenaue Begriffe.“ Die Anweisung im Kasten kannst du kopieren. Copilot bietet dir an, den Agenten im Gespräch zu beschreiben. Das geht auch, aber schreib die Anweisung lieber selbst, dann weißt du genau, was drinsteht.
Die Anweisung ist der Kern. Schau genau hin: Sie ist nichts anderes als ein Prompt mit Rolle, Ziel, Kontext und Ergebnisform, nur dass sie für jedes Gespräch mit diesem Agenten gilt. Teste rechts mit dem Text von der Fehlerfolie und schau, ob der Agent dieselben Fehler findet.
Passt das Ergebnis nicht, änderst du die Anweisung und testest noch mal. Das ist iteratives Prompten, nur dauerhaft gespeichert. Findest du „Neuer Agent“ nicht, starte ein normales Copilot-Fenster und schick die Anweisung als ersten Prompt.
Ein Thema, das in zehn Minuten passt
Vom breiten zum konkreten Thema
- Zu breit: KI in der Umweltplanung.
- Enger: KI-Artenerkennung.
- Passt: BirdNET im Test mit zehn Aufnahmen aus dem eigenen Garten.
Ideen zum Anpassen
- Ein Protokoll-Agent, getestet mit drei erfundenen Besprechungen.
- ESA WorldCover gegen das Luftbild, zehn Stichproben.
- Ein Bewerbungs-Agent: Anzeige analysieren, Anschreiben entwerfen.
Merk dir
Ein Tool, eine Aufgabe, ein konkreter Fall.
Erklärung zur Folie
Im Lauf des Kurses arbeitest du an einem eigenen Projekt, das du am Ende in etwa zehn Minuten zeigen kannst. Mehr dazu in Teil 9. Der häufigste Fehler: Das Thema ist zu groß. „KI in der Umweltplanung“ füllt ein Buch, keine zehn Minuten. „KI-Artenerkennung“ ist schon enger, aber immer noch breit. „BirdNET im Test mit zehn Aufnahmen aus meinem Garten“ passt: ein Tool, eine Aufgabe, ein konkreter Fall.
Rechts stehen Ideen, die du anpassen kannst. Für die Artenerkennung eignen sich auch Pl@ntNet oder iNaturalist mit eigenen Fotos und Aufnahmen. Die Frage ist immer: Wo liegt die KI daneben? Das sind nur Anregungen. Ein Thema aus deinem eigenen Leben ist genauso gut.
Dein Auftrag: drei Agenten und eine zerlegte Aufgabe
- Bau drei Agenten: Priorisierer, Prompt-Strukturierer, Fehlerfinder. Einen darfst du gegen einen eigenen tauschen.
- Teste jeden und notier: Was war gut, was falsch, was hast du an der Anweisung geändert?
- Zerleg eine eigene Aufgabe: fünf Kriterien, Schritte, KI oder Mensch, Autonomiestufe.
- Leg dein Projektthema in einem Satz fest: eingegrenzt, in zehn Minuten zeigbar.
- Schreib Kapitel 2 in dein Kursbuch, mit Screenshots deiner Agenten.
Erklärung zur Folie
Nutz dabei nur erfundene oder anonymisierte Daten, keine echten Kundennamen und keine echten Mails aus deiner Firma. Der Priorisierer sortiert eine ungeordnete Aufgabenliste in Rot, Gelb und Grün und gibt eine Tabelle mit Farbe, Aufgabe, geschätzter Dauer und Begründung aus. Fehlt ihm eine Frist, soll er nachfragen statt zu raten. Der Prompt-Strukturierer macht aus einer vagen Idee wie „Ich brauche was für Social Media über unser Sommerfest“ einen Prompt mit den vier Bausteinen und stellt höchstens drei Rückfragen. Den Fehlerfinder kennst du schon. Teste ihn zusätzlich mit einem eigenen Text, in dem mindestens zwei Fehler versteckt sind.
Statt eines der drei kannst du einen eigenen Agenten bauen, etwa einen Protokoll-Assistenten mit der Regel „Erfinde keine Namen, Termine oder Zuständigkeiten. Wo eine Angabe fehlt, schreib ‚offen‘.“ Für deine zerlegte Aufgabe beantwortest du zum Schluss zwei Fragen: Welcher Schritt spart mit KI die meiste Zeit? Wo wäre KI zu riskant?
Ins Kursbuch kommen außerdem die neuen Begriffe: Prompt Engineering, Few-Shot-Prompt, Systemanweisung, Chain of Thought, Prompt Chaining, Reasoning-Modell, Arbeitsprozess, KI-Agent und Autonomiestufe. Nachschlagen kannst du sie im Glossar.
Prüf dich selbst
Wie heißen die vier Bausteine eines Prompts?
Antwort
Rolle, Ziel, Kontext, Ergebnisform.
Welcher Baustein macht den größten Unterschied?
Antwort
Der Kontext. Ihn kennt keine KI von selbst.
Was ist ein Few-Shot-Prompt?
Antwort
Ein Prompt mit Beispielen, etwa drei Texten im Wunschstil.
Was heißt Prompt Chaining?
Antwort
Eine große Aufgabe in Etappen zerlegen, jede prüfbar.
Satellitenbild klassifizieren: vorhersagend oder generativ?
Antwort
Vorhersagend. Jedes Pixel bekommt eine Klasse.
Chatbot oder Agent: Wer bucht den Zug?
Antwort
Der Agent. Er handelt in deinem Namen, deshalb legst du vorher fest, wie viel er allein darf.
Erklärung zur Folie
Beantworte die Fragen zuerst ohne nachzuschauen, dann klapp die Antworten auf. Wenn du bei einer Frage unsicher warst, geh zur passenden Folie zurück.
Was du aus diesem Teil mitnimmst: Ein guter Prompt hat vier Bausteine. Die Modelle werden klüger, aber deinen Kontext kennen sie nicht, also weniger Tricks, mehr Kontext. KI passt zu Aufgaben, die sich wiederholen und deren Ergebnis du prüfen kannst. Ein Agent verfolgt ein Ziel, plant Schritte und nutzt Werkzeuge. Und bevor ein Agent etwas in deinem Namen tut, legst du fest, wie viel er allein darf. In Teil 3 schaust du unter die Haube: Algorithmen, neuronale Netze und wie ein Sprachmodell funktioniert.
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- LernpfadLerntage zum Nachklicken2 · Anwendungen von KI in Branchen
- GlossarKI-Glossar mit 93 Begriffen
- Nächster TeilTeil 3: Algorithmen, Modelle und Sprachmodelle
ErikDir reicht Selbstlernen nicht? Dann lernst du das mit mir 1:1. Auf Wunsch bringe ich es auch Unternehmerinnen, Unternehmern und ganzen Teams bei. Schreib mir, was du brauchst.
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