n8n-Lernpfad · Präsentation · Teil 6
Testen, Fehler, Übergabe
Folien zum n8n-Lernpfad: Testmatrix, erster Bruch, Executions, Retry und Error Workflow, Idempotenz, Regression, Sub-Workflows und eine gute Übergabe.
Ein Kurs von Erik Lorenscheit, Gründer von hilfmirmal · Zuletzt aktualisiert am
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Teil 6 · Testen, Fehler, Übergabe
Grün heißt nicht richtig
In Teil 5 hast du Bestellanforderungen nach Betrag verteilt. Jetzt geht es um Fehler, die man nicht sieht: eine Freigabekette, die grün durchläuft und trotzdem drei Fehler hat. Dazu, was n8n tut, wenn ein Node wirklich scheitert, und wie du einen Workflow so übergibst, dass jemand anderes damit klarkommt.
- Erwartung
- Lauf
- Erster Bruch
- Eine Änderung
- Alles noch mal
hilfmirmal.de · n8n-Lernpfad
Erklärung zur Folie
Stell dir B-02 vor, den Bürostuhl für genau 100 Euro. Der Workflow läuft durch, alles grün, und im Ergebnis steht „Sofort freigegeben“. Der Bürostuhl wäre bestellt worden, ohne dass die Teamleitung je davon erfahren hätte.
Das ist das Wichtigste über Automatisierung: Grün heißt nicht richtig. Grün heißt nur, dass n8n nicht abgestürzt ist. In diesem Teil baust du weniger und schaust mehr hin. Du lernst, wie du Fehler findest, wie n8n mit Fehlern umgeht und wie du einen Workflow so hinterlässt, dass ihn jemand anderes starten und prüfen kann.
Vom Wunsch zum prüfbaren Auftrag
Wunsch: „Der Workflow soll Bestellungen freigeben.“ Prüfbarer Auftrag:
| Nr. | Kriterium | Prüfbar durch |
|---|---|---|
| 1 | Unter 100 Euro wird sofort freigegeben | B-01 |
| 2 | Genau 100 geht zur Teamleitung, genau 1.000 auch | B-02, B-03 |
| 3 | Über 1.000 entscheidet die Geschäftsführung | B-04 |
| 4 | Kategorie IT bekommt IT-Prüfung ja, alle anderen nein | B-01, B-04 |
| 5 | Die Nummer steht in jedem Ergebnis | alle Fälle |
| 6 | Fehlt der Betrag oder ist er Text, gibt es eine Rückfrage | B-05, B-06 |
Merk dir
Ein Kriterium ist gut, wenn du sagen kannst, welcher Lauf es beweist.
Erklärung zur Folie
Fang vorne an, vor dem ersten Node. Jemand sagt: Der Workflow soll Bestellungen freigeben. Das ist ein Wunsch. Was daran ist prüfbar? Nichts. Freigeben ab welchem Betrag? Durch wen? Was passiert mit Anforderungen, die nirgends reinpassen?
Ein prüfbarer Auftrag besteht aus Akzeptanzkriterien: Sätze, die man beobachten kann. Nicht „soll gut funktionieren“, sondern „bei Eingabe X kommt Y raus“. Zu jedem Satz gehört ein Lauf, der ihn beweist. Und der Trick: Du schreibst die Kriterien, bevor du baust. Dann weißt du beim Bauen, wann du fertig bist, und beim Testen, wonach du suchst. Für deinen eigenen Workflow reichen zwei, drei solcher Sätze in einer Sticky Note oben links.
Die Testmatrix: Erwartung vor dem Klick
| Fall | Eingabe | Erwarteter Weg | IT-Prüfung | Tatsächlich |
|---|---|---|---|---|
| B-01 | Monitor, 89, IT | Sofort freigegeben | ja | nach dem Lauf |
| B-02 | Bürostuhl, 100, Büro | An Teamleitung | nein | nach dem Lauf |
| B-03 | Laptop, 1000, IT | An Teamleitung | ja | nach dem Lauf |
| B-04 | Messestand, 4500, Marketing | An Geschäftsführung | nein | nach dem Lauf |
| B-05 | Kaffee, leer, Büro | Rückfrage | keine | nach dem Lauf |
| B-06 | Software, „ca. 300“, IT | Rückfrage | keine | nach dem Lauf |
| B-01 zweimal | Monitor, 89, IT | nur eine Bestellung | ja | nach dem Lauf |
In jedem Ergebnis muss die nummer stehen. Die Erwartung trägst du ein, bevor du auf Execute klickst. Sonst glaubst du dem Output alles.
Erklärung zur Folie
Aus den Kriterien wird eine Testmatrix. Das ist eine Tabelle, nichts Kompliziertes: ein Fall je Zeile, dazu Eingabe, erwarteter Weg und erwartete IT-Prüfung. Jeder Fall hat einen Grund: B-01 ist der Kleinbetrag, B-02 und B-03 prüfen die Grenzen bei 100 und 1.000, B-04 den Großbetrag, B-05 den fehlenden Betrag und B-06 einen Betrag als Text. Das sind die sechs Testfälle aus Teil 5. In die Spalte „Tatsächlich“ schreibst du erst nach dem Lauf, was wirklich kam, und dazu einen Haken oder ein Kreuz.
Warum die Erwartung zuerst? Weil das Gehirn bequem ist. Klickst du erst und schaust dann, siehst du „Sofort freigegeben“ und denkst: passt. Hast du vorher „An Teamleitung“ aufgeschrieben, stutzt du. Genau so fällt der Fehler bei B-02 auf.
Der letzte Fall ist neu: B-01 zweimal hintereinander. Was passiert? Zweimal „Bestellung auslösen“. In deinem Lern-Workflow ist das nur ein Output, in echt wären es zwei Monitore. Dazu kommt gleich mehr.
Executions: das Protokoll jedes Laufs
- Im Workflow oben neben Editor: der Reiter Executions. Jeder Lauf mit Zeit, Dauer und Status.
- Einen Lauf anklicken: Der Canvas zeigt, welcher Node lief, welcher nicht und welcher rot ist.
- Node öffnen: links Input, rechts Output, genau wie beim Testen.
- Ein roter Node zeigt die Fehlermeldung. Lies sie ganz. Sie ist meist genauer, als du denkst.
Merk dir
Executions sind dein Gedächtnis. Ohne sie rätst du, was um zwei Uhr nachts passiert ist.
Erklärung zur Folie
Bevor du Fehler suchst, musst du wissen, wo n8n sie aufschreibt. Der Reiter Executions ist die Liste aller Läufe dieses Workflows. Klickst du einen an, siehst du den Canvas mit den Daten genau dieses Laufs: Grüne Nodes sind gelaufen, graue nicht, rote haben einen Fehler. Öffnest du einen Node, siehst du links, was reinkam, und rechts, was rauskam. Mit „Editor“ kommst du zurück.
Wichtig wird das, sobald deine Workflows laufen, während du nicht hinschaust. Nachts kommt eine Anforderung rein, und am Morgen ist etwas komisch. Ohne Executions kannst du nur raten. Und wenn ein Node rot ist: Lies die Meldung ganz, bevor du anfängst zu klicken. Sie sagt dir oft genau, welches Feld gefehlt hat.
Such den ersten Bruch, nicht den letzten roten Node
- Nimm den Fall aus der Testmatrix, der nicht stimmt.
- Geh von links nach rechts durch die Nodes. Bei jedem: Ist der Output noch das, was laut Auftrag drin sein muss?
- Der erste Node mit falschem Output ist der Bruch. Alles danach ist Folgeschaden.
- Prüf an diesem Node drei Dinge: Input, Einstellung, Output.
- Ändere eine Sache. Lass den Fall erneut laufen. Erst dann die nächste Änderung.
- Anforderungstimmt
- Betrag gültig?stimmt
- Nach Betrag verteilenerster Bruch
- Sofort freigegebenFolgeschaden
Erklärung zur Folie
Fünf Schritte, und die funktionieren bei fünf Nodes genauso wie bei fünfzig. Nimm nicht „irgendwas ist komisch“, sondern einen Fall: B-02, erwartet An Teamleitung, gekommen ist Sofort freigegeben. Dann gehst du von links durch und fragst bei jedem Output: Ist noch drin, was drin sein muss? Der erste Node, bei dem die Antwort nein ist, ist der Bruch.
Das falsche Ergebnis steht ganz rechts, der Bruch liegt beim Switch. Wer rechts anfängt, sucht am falschen Ende. Am Bruch prüfst du Input, Einstellung und Output. Meistens ist es die Einstellung: ein falscher Operator, ein Tippfehler, ein Schalter. Und dann der Schritt, den alle überspringen: eine Änderung, ein Lauf. Änderst du drei Dinge gleichzeitig und es geht, weißt du nicht, welches es war. Lektion 6 im Lernpfad übt genau diesen Blick.
Vier Fehler, die immer wieder passieren
| Fehler | Symptom | Wo suchen |
|---|---|---|
| Felder gehen verloren | nummer fehlt im Ergebnis |
Edit Fields: Include Other Input Fields |
| Grenze falsch | genau 100 wird sofort freigegeben | Switch-Regel: „kleiner gleich“ statt „kleiner“ |
| Groß und klein, Tippfehler | IT bekommt IT-Prüfung nein | Expression: 'it' statt 'IT', drei Gleichheitszeichen vergleichen exakt |
| keine Wiederholungssperre | zweimal abgeschickt, zweimal bestellt | es fehlt die Prüfung „Nummer schon gesehen?“ |
Drei davon stecken im Fehlerlabor auf den nächsten Folien.
Erklärung zur Folie
Diese vier Fehler stecken in fast jeder Freigabekette. Merk dir die Symptome, dann erkennst du sie schneller.
Felder gehen verloren: Im Ergebnis fehlt die Nummer. Du hast eine Freigabe, aber niemand weiß, für welche Bestellung. Die Grenze ist falsch: Der Auftrag sagt „unter 100“, gebaut ist „kleiner gleich“. Ein Zeichen, und die Teamleitung wird übergangen. Groß und klein: Der Monitor ist IT, aber die IT-Prüfung sagt nein, weil die Expression mit „it“ klein vergleicht. Das passende Rezept „IT-Prüfung: ja oder nein“ steht im Expression-Baukasten. Und die fehlende Wiederholungssperre: Jemand klickt zweimal auf Absenden, zwei Monitore werden bestellt. Das Wort dafür heißt Idempotenz, es kommt gleich.
Das Fehlerlabor: läuft grün, hat drei Fehler
- Betrag gültig?If
- Nach Betrag verteilenSwitch
- verzweigt in:
- SofortSofort freigegebenEdit Fields
- TeamleitungAn TeamleitungEdit Fields
- GeschäftsführungAn GeschäftsführungEdit Fields
- Ohne n8n: Übung 1 hat dieselben drei Fehler, verteilt auf B-01 bis B-03.
- In n8n: Dupliziere deine Kette aus Teil 5. In der Kopie: „Sofort freigegeben“ ohne Include Other Input Fields,
'it'in allen drei Ergebnissen, Regel 1 „is less than or equal to“. - B-01, Monitor, 89 Euro, IT. Erwartet: Sofort freigegeben, mit
nummerundit_ja.pruefung - Tatsächlich: freigegeben, ohne
nummer,it_nein. Zwei Fehler, nichts ist rot.pruefung
Erklärung zur Folie
Das Fehlerlabor ist eine Kopie der Freigabekette aus Teil 5 mit drei eingebauten Fehlern. Führst du es mit B-01 aus, wird alles grün. Wer jetzt „fertig“ sagt, hat verloren: Im Ergebnis fehlt die Nummer, und die IT-Prüfung sagt nein.
Zu deinem Labor kommst du auf zwei Wegen. Ohne n8n klickst du dieselben drei Fehler in Übung 1, dem Fehlerlabor im Browser durch und siehst je Node Einstellung, Input und Output. Dort steckt in B-01, B-02 und B-03 je einer davon. Deshalb zeigt B-01 in der Übung nur einen der zwei Fehler von hier. In n8n duplizierst du deine Kette aus Teil 5 (Drei-Punkte-Menü oben rechts, Duplicate) und baust die drei Fehler genau an diesen Stellen ein: In „Sofort freigegeben“ schaltest du Include Other Input Fields aus. In allen drei Ergebnissen änderst du in der Expression von it_ das 'IT' in 'it'. Und im Switch stellst du Regel 1 auf is less than or equal to. Nur so passen B-01 auf dieser Folie und die Antworten auf der nächsten zu deinem Labor. Arbeite immer in der Kopie, nie im Original.
Baust du die Fehler selbst ein, kennst du die Stellen. Du übst aber trotzdem das Wichtigste: erst die Erwartung, dann der Lauf, dann die Suche von links, als wüsstest du nichts. Willst du es schwerer: Bau die Fehler ein, lass die Kopie ein paar Tage liegen und such sie dann nur mit der Testmatrix.
Wo ist der erste Bruch?
B-01: Im Ergebnis fehlt die
nummer. Wo ist der erste Bruch?Antwort
In „Sofort freigegeben“: links vier Felder, rechts nur die neuen. Include Other Input Fields ist aus.
B-01:
it_sagt nein, obwohl der Monitor IT ist. Warum?pruefung Antwort
Die Expression im selben Node vergleicht exakt mit
'it'. Richtig ist'IT', in allen drei Ergebnissen.B-02 mit genau 100 Euro landet bei „Sofort freigegeben“. Wo bricht es?
Antwort
In „Nach Betrag verteilen“. Regel 1 steht auf „is less than or equal to“. Richtig ist „is less than“.
B-02 stimmt jetzt. Bist du fertig?
Antwort
Noch nicht. Erst alle Fälle noch einmal laufen lassen. Eine Reparatur kann anderes kaputt machen.
Erklärung zur Folie
Geh jeden Fall von links nach rechts durch. Erst überlegen, dann aufklappen.
So läuft die Suche ab. B-01 ausführen, alles grün. Von links: Anforderung hat alle Felder, Betrag gültig ist true, der Switch schickt 89 Euro richtig auf Sofort. In „Sofort freigegeben“ kommen links vier Felder rein, rechts nur die neuen raus. Das ist der erste Bruch. Eine Änderung, ein Lauf, die Nummer ist da.
Die IT-Prüfung sagt aber immer noch nein. Gleicher Node, Feld it_, in der Formel steht „it“ klein. Korrigieren, laufen lassen, IT-Prüfung ja. Dann B-02: Anforderung 100, richtig. Betrag gültig, richtig. Der Switch schickt auf Sofort, falsch. Hier steht „kleiner gleich“, und 100 ist nicht unter 100.
Und dann der Schritt, den alle vergessen: alle Fälle noch einmal, auch die, die vorher schon stimmten. Erst dann ist die Reparatur fertig. In Übung 1 steckt das kleine „it“ nur in „An Teamleitung“, dort findest du es mit B-03.
Wenn ein Node scheitert: Retry, On Error, Stop and Error
| Einstellung | Was sie tut |
|---|---|
| Retry On Fail | versucht es bei technischem Fehler erneut, etwa dreimal mit Wartezeit |
| On Error: Stop Workflow | Standard. Der Lauf bricht ab, der Fehler ist sichtbar |
| On Error: Continue | macht weiter, als wäre nichts passiert |
| On Error: Continue (using error output) | der Fehler geht auf einen eigenen Ausgang, der Lauf läuft weiter |
| Stop and Error | ein eigener Node: Du brichst absichtlich ab, mit deiner eigenen Meldung |
Retry On Fail und On Error stehen in jedem Node im Reiter Settings.
Achtung
Retry hilft bei „Dienst kurz nicht erreichbar“. Retry hilft nicht bei „Feld fehlt“.
Erklärung zur Folie
Jetzt geht es um Nodes, die nicht falsch rechnen, sondern wirklich abbrechen. Dafür hat jeder Node den Reiter Settings, gleich neben Parameters.
Retry On Fail versucht es noch einmal, wenn der Node scheitert. Du stellst ein, wie oft und wie lange n8n dazwischen wartet (Wait Between Tries). Das passt, wenn ein Wetterdienst oder ein Mailserver kurz nicht antwortet. Ein fehlendes Feld fehlt auch beim dritten Versuch. Und Vorsicht bei Nodes, die etwas senden: Sonst geht die Mail dreimal raus.
On Error steht im Standard auf Stop Workflow: Der Lauf bricht ab, der Node wird rot, du siehst es in den Executions. Mit Continue (using error output) bekommt der Node einen zweiten Ausgang, und fehlgeschlagene Items fließen dort heraus. Die kannst du abfangen und an einen Menschen geben. Continue ohne Fehlerausgang macht einfach weiter, das ist nur sinnvoll, wenn du weißt, was mit dem Loch passiert. Stop and Error ist ein eigener Node: Du brichst absichtlich ab, mit deiner Meldung, etwa „Pflichtfeld E-Mail fehlt“. Das ist besser als ein rätselhafter Fehler drei Nodes später. Lektion 14 zeigt die Einstellungen zum Ausprobieren. Im Lernpfad blendest du sie mit dem Schalter „Fortgeschritten“ ein.
Error Workflow: ein Fehler ruft einen Menschen
- Ein eigener Workflow, der mit dem Error Trigger startet.
- Zuordnen im Hauptworkflow: Drei-Punkte-Menü, Settings, Error Workflow, den Fehler-Workflow auswählen, Save.
- Bei jedem Abbruch bekommt er ein Item mit Workflow-Name, letztem Node, Fehlermeldung und Link zum Lauf.
- Was er damit macht, entscheidest du: eine Mail, eine Telegram-Nachricht, eine Zeile in einer Tabelle.
Achtung
Er springt nur bei einem echten Abbruch an, und nur bei Läufen, die von allein gestartet sind. Ein fachlich falsches Ergebnis bleibt grün.
Erklärung zur Folie
Wer erfährt vom Abbruch? Wenn nachts ein Node rot wird, sieht das niemand. Es sei denn, es gibt einen Error Workflow. Das ist ein zweiter Workflow mit dem Error Trigger am Anfang. Du trägst ihn beim ersten Workflow in den Settings ein. Ab dann gilt: Bricht der erste ab, startet der zweite und bekommt alles, was du wissen willst. Ein lesbarer Bericht wäre zum Beispiel {{ $json.. Einmal gebaut, kannst du ihn in allen Workflows eintragen.
Zwei Grenzen solltest du kennen. Mit Execute workflow testest du ihn nicht. Er springt nur bei Läufen an, die von allein starten, etwa über Zeitplan, Webhook oder Formular in einem veröffentlichten Workflow. Und bei den drei Fehlern im Fehlerlabor bleibt alles grün, da hilft kein Error Workflow, nur die Testmatrix. Du brauchst beides. Willst du einen fachlichen Fehler melden lassen, baust du ein Stop and Error ein, dann wird aus dem falschen Ergebnis ein echter Abbruch.
Idempotenz: zweimal starten, einmal wirken
- Ein Klick zu viel, ein Formular zweimal abgeschickt, ein Retry: Dieselbe Bestellung kommt zweimal an.
- Idempotent heißt: Die Wiederholung richtet keinen zusätzlichen Schaden an. Ein Monitor, nicht zwei.
- Der Schlüssel ist die Vorgangskennung, hier die
nummer. - Muster: Vor der Wirkung prüfen, ob diese Nummer schon bearbeitet wurde. Wenn ja: überspringen.
Merk dir
Frag dich bei deinem eigenen Ablauf: Welche Wirkung wäre doppelt schlimm?
Erklärung zur Folie
Idempotenz ist ein sperriges Wort für eine einfache Idee: Kommt derselbe Vorgang zweimal herein, passiert die Wirkung trotzdem nur einmal.
Doppelte Vorgänge sind häufiger, als man denkt. Jemand klickt zweimal auf Absenden. Ein Retry schickt die Anforderung noch einmal. Ein anderes System ruft den Webhook doppelt auf. Die Frage ist nur, was dein Workflow dann macht. Eine doppelte Bestätigungsmail ist peinlich, eine doppelte Bestellung oder Rechnung teuer.
Das Muster: Bevor du etwas mit Wirkung tust, prüfst du, ob du diese Nummer schon bearbeitet hast. Dafür brauchst du einen Speicher für die Nummern, zum Beispiel eine Data Table, die du unter Overview, Data tables anlegst. Vorher nachsehen, nachher eintragen.
Regression: nach jeder Änderung alles noch mal
- Du reparierst die Grenze. Läuft B-02 jetzt richtig? Ja.
- Läuft B-01 noch? B-03? B-05? Das weißt du erst, wenn du sie erneut ausführst.
- Regressionstest heißt: nach einer Änderung alle bisherigen Fälle wiederholen.
- Bei sieben Fällen sind das acht Läufe, weil B-01 zweimal läuft. Bei fünfzig brauchst du eine bessere Methode.
Merk dir
Die Testmatrix ist deine Checkliste dafür. Eine neue Spalte je Durchlauf.
Erklärung zur Folie
Du hast einen Fehler gefunden und repariert, B-02 stimmt. Fertig? Nein. Vielleicht hast du beim Reparieren einen Operator verstellt, und jetzt landet ein anderer Fall auf dem falschen Weg. Du weißt es erst, wenn du die anderen Fälle noch einmal laufen lässt.
Das klingt nach Aufwand. Bei sieben Fällen sind es ein paar Minuten. Diese Minuten sind der Unterschied zwischen „ich habe einen Fehler repariert“ und „ich habe einen Fehler repariert und einen neuen eingebaut, den später jemand anderes findet“. Im Fehlerlabor heißt das: Nach der dritten Reparatur laufen alle sieben Fälle der Testmatrix noch einmal, auch die, die vorher schon stimmten. Erst dann ist die Reparatur fertig. Nur „B-01 zweimal“ behält sein Kreuz, solange es keine Wiederholungssperre gibt. Das ist kein neuer Fehler, sondern die offene Grenze, die in die Übergabe gehört.
Sub-Workflows: ein Workflow ruft einen anderen
- Formular abgeschicktn8n Form Trigger
- Prüfen und verteilenExecute Sub-workflow
- Anforderung annehmenExecute Workflow Trigger
- Betrag gültig?If
- Nach Betrag verteilenSwitch
- Was mehrere Workflows brauchen, wird ein eigener Workflow, etwa „Anforderung prüfen und verteilen“.
- Im Aufrufer: Execute Sub-workflow. Im Baustein startet der Trigger When Executed by Another Workflow.
- Items rein, Items raus, wie bei jedem Node. Einmal testen, überall nutzen.
Erklärung zur Folie
Stell dir vor, du hast zwei Workflows, die Anforderungen verteilen. Einer startet mit einem Formular, einer mit einem Webhook. Die Verteilung dahinter ist identisch: zweimal gebaut, zweimal zu testen, zweimal zu reparieren.
Die Lösung: Die Verteilung wird ein eigener Workflow. Er startet mit dem Trigger „When Executed by Another Workflow“ (Node-Typ Execute Workflow Trigger), dort legst du fest, welche Felder er erwartet. Die beiden anderen rufen ihn mit dem Node Execute Sub-workflow auf. Der letzte Node des Bausteins liefert das Ergebnis zurück. Wenn du einen eigenen Ablauf planst, denk in Bausteinen: Was ist der Kern, der immer gleich ist? Der wird ein Sub-Workflow. Mehr dazu in Lektion 15, sie steht wie Lektion 14 unter „Fortgeschritten“.
Fünf Regeln für einen lesbaren Canvas
| Regel | Warum |
|---|---|
| Nodes umbenennen: „Nach Betrag verteilen“ statt „Switch1“ | in drei Monaten weiß sonst niemand mehr, was er tut |
| Eine Sticky Note oben links: Zweck, Start, Testfälle | die nächste Person liest sie zuerst |
| Keine Passwörter oder Schlüssel in Feldern, nur Credentials | Export, Screenshot, Teilen: alles wäre offen |
| Kleine Workflows, ein Zweck | vierzig Nodes testet niemand mehr vollständig |
| Stand im Namen oder in der Note: „v2, Grenze 100 repariert“ | du weißt, welche Fassung läuft |
Erklärung zur Folie
Fünf Regeln, die einem niemand beibringt, bis es wehtut. Nodes umbenennen: markieren und F2, oder im geöffneten Node oben auf den Namen klicken. „Switch1“ sagt nichts, „Nach Betrag verteilen“ sagt alles. Und weil du Expressions mit dem Node-Namen schreibst, liest sich dann auch die Formel wie ein Satz.
Eine Sticky Note oben links (Rechtsklick auf den Canvas, Add sticky note) mit Zweck, Start und Testfällen. Was für die Übergabe dazukommt, zeigt die nächste Folie. Keine Passwörter und keine API-Schlüssel in Textfeldern, nie: Dafür gibt es Credentials. Ein Workflow wird exportiert, geteilt, abfotografiert, und alles im Feld ist dann offen. Klein halten: ein Workflow, ein Zweck. Bei vierzig Nodes lieber teilen. Und den Stand markieren, dann weißt du später, welche Fassung das ist.
Übergabe: was die nächste Person braucht
Unvollständig: „Der Workflow sortiert Anforderungen. Starte ihn und schau, ob alles stimmt.“
| Angabe | Beispiel |
|---|---|
| Zweck | Bestellanforderungen nach Betrag an die richtige Stelle leiten |
| Start | Manual Trigger, Testfall in „Anforderung“ eintragen |
| Daten und Systeme | Felder nummer, artikel, betrag (Zahl), kategorie, keine Zugänge nötig |
| Regeln | unter 100 sofort, bis 1.000 Teamleitung, darüber Geschäftsführung, IT zusätzlich IT-Prüfung |
| Tests | die Testmatrix mit allen Fällen, Erwartung und Ergebnis je Fall |
| Offene Grenze | keine Wiederholungssperre, der Betrag muss als Zahl kommen |
| Ansprechperson | wer gebaut hat, wen man fragt |
Merk dir
Eine Übergabe ist gut, wenn die nächste Person keine Frage stellen muss.
Erklärung zur Folie
Was fehlt an „Starte ihn und schau, ob alles stimmt“? Alles. Wofür ist er da? Wie starte ich ihn? Womit? Was heißt „stimmt“? Wen frage ich?
Eine gute Übergabe beantwortet sechs Fragen und nennt eine Ansprechperson. Zweck: was der Ablauf macht und für wen. Start: wer oder was ihn auslöst und wo die Testdaten hineinkommen. Daten und Systeme: woher die Daten kommen, wohin sie gehen und welche Zugänge nötig sind. Regeln: welche Entscheidungen er trifft. Tests: welche Fälle mit welchem Ergebnis geprüft sind, also deine Testmatrix. Offene Grenze: was er nicht kann und was noch ungetestet ist. Und die Ansprechperson: wen man fragt.
Der Test ist einfach: Kann jemand anderes den Workflow starten und prüfen, ohne dich zu fragen? Die Sticky Note oben links ist der beste Ort dafür. Der Übergabe-Checker fragt genau diese Punkte ab, sagt dir, was fehlt, und baut dir einen Übergabebogen zum Kopieren.
Dein Auftrag
- Testmatrix: Akzeptanzkriterien für deine Freigabekette aus Teil 5, dazu die Matrix mit den sechs Fällen von dort und „B-01 zweimal“. Erwartung zuerst, dann ausführen.
- Fehler suchen: Workflow duplizieren, in der Kopie einen Fehler aus der Tabelle einbauen, die Matrix laufen lassen und den Bruch mit der Methode finden. Danach alle Fälle noch einmal.
- Abbrechen lassen: in der Kopie ein Stop and Error mit eigener Meldung einbauen und den Lauf in den Executions ansehen.
- Übergabe: eine Sticky Note oben links mit allen Angaben von Zweck bis Ansprechperson.
Erklärung zur Folie
Ein Beispiel für eine fertige Zeile im Fehlerprotokoll: Symptom B-01 ohne Nummer im Ergebnis, erster Bruch in „Sofort freigegeben“, Ursache Include Other Input Fields aus, Änderung Schalter an, erneuter Lauf Nummer da, Regression alle Fälle in Ordnung.
Für B-05 und B-06 stellst du in „Anforderung“ den Typ von betrag auf String, einmal leer, einmal „ca. 300“. Für „B-01 zweimal“ führst du den Fall zweimal aus und notierst, was doppelt passiert. Wenn du willst, legst du zusätzlich einen Error Workflow an und trägst ihn ein. Denk daran: Er springt erst bei Läufen an, die von allein starten, nicht bei Execute workflow.
Als Nächstes: ein kleiner Ausschnitt aus deinem Ablauf
| Regel | Was das heißt |
|---|---|
| Klein | drei bis fünf Nodes, ein Trigger, ein sichtbares Ergebnis |
| Eine Prüfung | ein If oder Switch mit Fallback |
| Drei Testfälle | mit Erwartung, bevor du baust |
| Simulieren ist erlaubt | was du nicht anbinden kannst, ersetzt ein Edit Fields |
Merk dir
Klein gewinnt. Ein Formular, das eine Anforderung prüft und verteilt, ist ein fertiges Projekt.
Erklärung zur Folie
Jetzt bist du dran, mit einem Ablauf aus deinem eigenen Alltag. Bau nicht den ganzen Prozess, sondern einen kleinen Ausschnitt: drei bis fünf Nodes, ein Trigger, ein Ergebnis, das man sieht, und eine Prüfung mit Fallback.
Was du nicht anbinden kannst, dein CRM, deine Buchhaltung, simulierst du mit einem Edit Fields, das so tut, als ob. Markier in der Sticky Note, was simuliert ist. Nimm nur den Gedanken mit: Welcher kleine Teil meines Ablaufs würde mir wirklich helfen? Teil 7 greift das zum Abschluss auf.
Was bleibt hängen?
Wo beginnt die Fehlersuche?
Antwort
Beim ersten Node von links, dessen Output nicht mehr stimmt. Nicht beim letzten roten.
Was ist ein Regressionstest?
Antwort
Nach einer Änderung alle bisherigen Fälle noch einmal ausführen.
Löst der Error Workflow bei einem fachlich falschen Ergebnis aus?
Antwort
Nein, nur bei einem Abbruch. Falsche Ergebnisse findet nur, wer vorher weiß, was rauskommen soll.
Was gehört in eine Übergabe?
Antwort
Zweck, Start, Daten und Systeme, Regeln, Tests mit Erwartung und Ergebnis, die offene Grenze und eine Ansprechperson.
Erklärung zur Folie
Beantworte die Fragen zuerst für dich, dann klapp die Antworten auf. Wenn eine hakt, geh zur passenden Folie zurück oder klick dich durch Lektion 14 und 15 im Lernpfad: Fehler professionell behandeln und Bausteine. Beide blendest du mit dem Schalter „Fortgeschritten“ ein. Das Fehlerlabor in den Übungen hat zwei Fehler mehr als diese Folien: einen Switch ohne Fallback und Preise, die als Text ankommen.
Weiter im Kurs
- LernpfadLektionen zum Nachklicken6 · Fehler finden14 · Fehler professionell15 · Bausteine und WiederverwendungLektion 10 bis 17 blendest du im Lernpfad mit dem Schalter „Fortgeschritten“ ein.
- Übung 1Fehlerlabor: grün heißt nicht richtig
- Übung 4Übergabe-Checker
- WissensboxDie wichtigsten Dinge, in Bewegung
- Nächster TeilTeil 7: Abschluss und Rückblick
ErikDu willst mehr als Selbstlernen? Dann lernst du n8n mit mir 1:1. Auf Anfrage bringe ich es auch Unternehmerinnen, Unternehmern und ganzen Teams bei. Erzähl mir im Erstgespräch, was du vorhast.
15 Minuten mit Erik