Desinfektionsmittel in Zeiten von Corona

Wie ihr ja sicherlich wisst, zählen wir zur Gruppe der Risikopatienten. Wie ich auf Instagram bereits gepostet habe müssen wir unbedingt darauf achten, nicht angesteckt zu werden:

Das Hauptproblem ist in meinen Augen, dass sich das Virus so lange auf Oberflächen hält. Da hilft nur: Hände desinfizieren und flächendeckend reinigen. Nicht so einfach aktuell überall an die Desinfektionsmittel zu kommen, daher hier mein Tipp für alle mit Pflegestufe:

Nutzt eure 40€ für Pflegesachleistungen.

Ich habe meine Box vor einer Woche beantragt und bereits diese Woche bekommen. Jetzt kommt monatlich eine Lieferung.

Ansonsten wünsche ich euch alles Liebe, halt durch und bleibt vorsichtig. Wir sind Stand heute bereits zwei Wochen eigenverantwortlich in Quarantäne und kommen bisher gut klar.

Tilidin, du blöder Ar$ch.

Mit meinem Oberschenkelhalsbruch fing alles an. Schmerzen, die den Tag bestimmen. Hunger? Fehlanzeige! Schon beim Aufstehen weiß man, wie der restliche Tag verlaufen wird. Und das obwohl ich schon Medikamente nehme. Schmerztoleranz, schonmal gehört, scheine ich aber nicht zu haben. Der Schmerz bestimmt alles.

Mittlerweile bin ich fast 3 Monate lang „clean“. Clean, von einem echt langen Trip, der über 12 Monate gedauert hat und völlig legal war, erschreckend. Hiermit möchte ich dich warnen.

Alles begann mit dem Bruch, und den Schmerzmitteln im Krankenhaus. Schon dort bekam ich Novaminsulfon, die aber mehr schlecht als recht gedämpft haben. Der Bruch tat weh und von Tag 1 an, sollte ich mich wieder bewegen, fällt aber schwer, wenn man nicht genug Kraft hat auf ein Bein komplett zu verzichten. Dazu kam, dass die restlichen Knochen weh taten, vom vielen Liegen und den fehlenden Muskeln. Ich konnte noch nicht auf der Seite liegen, dafür schmerzte der Gamma-Nagel im Oberschenkelhalsknochen, der für die Stabilität hineingehämmert wurde. Alles war gereizt, die Fersen, die Schulterblätter und alles dazwischen natürlich auch.

Auf Nachfrage gab es nichts stärkeres, nur mehr Novalmin, auch nur unter starker Kontrolle. So überstand ich die nächsten Tage im Krankenhaus. Nach 7 Tagen wieder zu Hause waren die Schmerzen stärker, ich hatte mich ja nun auch über weitere Strecken zu schleppen und die vom KH mitgegebenen Schmerzmittel reichten noch 2 weitere Tage. Auf der Suche nach mehr, stieß ich im Medikamentenschränkchen auf eine Packung Tramadol. Die hatte ich mal bekommen, als ich ein geprelltes Steißbein hatte, oder war es vom Nierenstein? Nun gut, rein damit und es wirkte hervorragend. Irgendwann war die Packung aber auch leer und beim Arzt verlangte ich Nachschub. Gibts denn noch was stärkeres, was ich nicht wie Smarties essen muss? „Ich könnte dir Tilidin verschreiben.“ – ein schneller Gedankensprung auf Zeitungsartikel über Missbrauch von Tilidin lässt sich in so einem Moment kaum vermeiden, aber ich willigte ein und wir haben ja auch mit einer kleinen 20er Packung mit 50mg Tilidin gestartet.

Die Wirkung war berauschend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich erinnere mich jetzt noch an meine erste Pille, meinen ersten Trip. Der Trick ist, sehr viel Wasser mit der Tablette zu trinken. Ein Schluck und die Wirkung bleibt fast aus. Ich hab ein ganzes 0,5L Glas geext. Und die Pille schepperte richtig. Ich lag auf der Couch, die Füße auf dem Boden und die Chemie hämmerte nach 30 Minuten mit einem Vorschlaghammer auf mich ein. Es fühlt sich an, als wäre man tief in sich gekehrt. Der Kopf dreht leicht, vom Rücken, besonders über den Kopf hinweg, bis zur Brust kribbelt es – aber total angenehm. Alles wird warm. Euphorie macht sich breit – niemand ist vor einem sicher, am liebsten will ich jeden umarmen. Das ist mein Tilidin-Trip. Schmerzfrei, euphorisch und voller Tatendrang. Klingt wie Kokain, oder? Ist aber völlig legal, auf Rezept, ohne Zuzahlung – komplett kostenlos.

Die Wochen verstrichen, die anfängliche halbe Pille pro Tag erhöhte sich auf alle 6 Stunden, dann jedes Mal eine ganze Pille, dann verdoppelte ich die Dosis, auf 100mg pro Tablette. Mittlerweile bekam ich 100er Packungen. Abwechselnd, bei meinem Chirurgen, der mich immernoch wegen des Bruchs behandelte und bei meinem Allgemeinarzt, bei dem ich über die Schmerzen klagte. 100 Tabletten reichten im Herbst für einen Monat.

Mein schlimmster Tag waren wohl 5 Tabletten. Klingt nicht nach viel, sind aber immerhin 500mg von dem Teufelszeug, das irgendwas mit meiner Leber anstellt, was ich nicht merke, denn ich bin total gut drauf. Immer dann, wenn die Tablette wirkt. Und wenn nicht, dann bin ich abgeschlagen, von Schmerzen gezeichnet und insgesamt nicht gut drauf.

Meine Familie wusste nicht viel von der Sucht. Niemand bewacht mich 24/7 und in einem kleinen Ausschnitt fallen 1-2 Pillen kaum auf. Und der Junge trinkt ja immerhin gut. Ich habe viel Wasser getrunken, in der Hoffnung die Pille wirkt dadurch stärker, aber Durst hatte ich natürlich auch, mindestens um den Faktor 4 im Vergleich zu früher.

A pros pros – trinken – Alkohol wirkte nun viel stärker. Ein Bier und ich war gut dabei, zwei Bier und ich hatte je nach Tagesform einen Filmriss. Schrecklich, denn ich konnte nun nichts mehr vertragen und auf Geburtstagen oder Essen mit Freunden musste ich nun zum Wasser greifen, denn die Tablette war wichtiger. Ohne hielt ich es nicht aus. Die Schmerzen waren dann sofort wieder da, was anfangs nur am Bruch lag, ist nun mittlerweile überall in meinem Körper. Von der Fußspitze bis zum Nacken.

Meine Rettung war meine Freundin.

Ohne Isabell hätte ich wohl bis jetzt immer noch nicht den Absprung geschafft. Isabell war die Tablette schon immer ein Dorn im Auge. Es ist nichts Natürliches und schadet meinem Körper mehr, als dass es mir hilft. Was meine Organe wohl dazu sagen würden, meinte sie immer zu mir. Solche Konfrontationen hatten wir des Öfteren. Ich habe sie immer versucht zu vermeiden, den Gesprächen auszuweichen, habe die Tabletten immer häufiger heimlich genommen. Und immer wieder ertappte sie mich dabei, und schon kam die Diskussion wieder auf. Such dir einen Schmerztherapeuten. Ich hab doch nichts, sagte die Stimme in meinem Kopf, anderen geht es doch viel schlechter. Ich habe nunmal diese Krankheit und damit einher gehen diese Schmerzen, erwiederte ich dann oft, manchmal flossen Tränen und sie brachte viel Verständnis für mich auf. Dass ich vor dem Bruch auch ohne Schmerzmittel auskam, daran konnte ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Die Erinnerung daran war wie ausgelöscht.

Schmerztherapeuten gibt es wie Sand am Meer, Termine sucht man aber vergebens. 6 Monate Wartezeit, so lange sollte es nicht mehr dauern. Im Internet, also einschlägigen Muskelschwund-Foren liest man von Physiotherapie und Schmerzmedikation. Ja, das mach ich doch schon, was will der Arzt da noch ändern? Drei mal pro Woche habe ich Physio, und schwächere Mittel kommen gar nicht in Frage. Was will der also machen?

Medikamentenwechsel habe ich gelesen, wird wohl genau für diesen Zweck eingesetzt, damit man die Dosis nicht ins Unermessliche steigern muss – ok, statt Tilidin zu nehmen, nahm ich jetzt eine Woche lang Tramadol. Erträgliche Schmerzen, keine Euphorie, wann ist die Woche endlich um? — endlich wieder Tilidin. Diesmal wieder ne halbe Pille, wieder der ursprünglich harte Kick, dann aber eine umso schnellere Gewöhnung. Binnen 2 Wochen war ich wieder bei 3-4 Pillen pro Tag. Schnell wieder Tramadol, schnell die Woche rum kriegen, ganz viel trinken und hoffentlich ein großer Euphorie-Flash von der ersten Tilidin.

Und immer wieder Diskussionen mit Isabell, Sorge und Vorwürfe von dem Menschen, der mir doch so wichtig ist. Ich musste etwas ändern, doch wie kriege ich den Absprung hin?

Ich habe einen „Kalten Entzug“ probiert. So habe ich 5 Tage ohne diesen Scheiß ausgehalten. Jeder Gedanke drehte sich um die kleine Pille. Ach komm schon, was soll die eine Pille schon machen? Es ist auch die letzte, nur einmal noch! Tag 3 war am Schlimmsten. Ich hatte die ganze Nacht wach gelegen, konnte aufgrund der zappeligen Beine nicht schlafen, die Schmerzen trieben mir Kaltschweiß in die Handinnenflächen, den Rücken und auf die Stirn. Den Tag über war ich unkonzentriert, müde, wie mit einem Kater (Hangover) unterwegs und jeder, JEDER Gedanke drehte sich um die Tablette. Am Ende hat mich die Tablette doch wieder bekommen. Ohne Alternative geht es nicht.

Mittlerweile hatte sich Isabell schon nach Alternativen umgesehen. Hast du denn schonmal Gras probiert? Ja früher, aber damit war ich viel zu breit und schlapp, das ist nix für mich. Wochen der Wiederholung später:

Mittlerweile habe ich den Absprung mit CBD geschafft. Ich habe jeden Abend 2-3 Züge zu mir genommen und war sofort schmerzfrei. Die Nacht hindurch, den ganzen Tag lang, bis zum Abend. Dann wieder 2 Züge, schmerzfrei, perfekt geschlafen, guter Tag und nach 3 Wochen konnte ich auch auf CBD verzichten.

Ich war plötzlich wieder schmerzfrei. Durchgehend. Ohne irgendein Mittelchen. Mein Körper war wieder frei, aus den Zwängen dieses Mittels. Ich hatte nicht mehr überall Schmerzen, wenn das Tilidin nachließ. Ich war nicht mehr fremdgesteuert.

Das ist Teufelszeug! Nehmt es nicht, lasst es euch nicht andrehen, weicht auf etwas anderes aus. Fragt nach Alternativen.

Ich möchte hier niemanden dazu ermutigen illegales Marihuana zu kaufen. Vielleicht könnt ihr ja wie ich einen Urlaub in Holland machen und euch da selbst therapieren. Ich lege es jedem ans Herz, der wie ich feststellt, dass er aufgrund eines Medikaments sein Leben nicht mehr selbst im Griff hat. Wenn ihr nicht mehr ohne die Pille könnt, seid ihr abhängig, lasst euch helfen.

Segway Rollstuhl im Langzeittest – die mobile Rakete

Mein erster Testbericht soll mein täglicher Begleiter sein (neben meinem Hündchen). In meinem Rollstuhl fühle ich mich am Wohlsten. Ich kann nicht umfallen – eigentlich – (aber dazu später mehr) und ich kann ohne mich konzentrieren zu müssen meinen Weg gehen/fahren. Es wird ein Erfahrungs- und Testbericht, chronologisch aufgearbeitet, denn neben dem Gerät an sich, spielen noch andere Faktoren in meine Bewertung rein.

Der Kauf (2015) und Akkuprobleme

Nachdem der Entschluss fest stand, dass ein Rollstuhl angeschafft wird, hat mir mein Vater ermöglicht (DANKE <3 ) zusätzlich zum Krankenkassen-Rollstuhl diesen Segway Rollstuhl zu kaufen. Die erste Hürde ist natürlich der Anschaffungspreis. Inklusive breiteren 13″ Felgen (die nicht nur schicker aussehen, sondern auch Sand besser durchqueren lassen) stehen knapp 18.000€ auf der Rechnung. Das Geld ist auch sofort fällig. Es gibt also keine Ratenzahlung oder irgendwelche Ämter die das vielleicht übernehmen würden.

Nach Bestellung wird das Gerät dann innerhalb von 4-5 Wochen verschickt. Am 7.4. bestellt, wurde es sogar schon am 23.4.2015 geliefert. Angekommen, ausgepackt, die Freude war riesig.

Die erste Fahrt fand auch sofort statt. 5km Hinweg, 5km Rückweg. Auf dem Rückweg ist das Segway dann mit einem leeren Akku das erste mal liegen geblieben. Klar, es war wohl nicht voll geladen, aber eine Reichweite von bis zu 39km sollte es wohl schaffen. 10km erschien mir daher machbar. Pustekuchen. Ich habe dann bei einem Gemüsehändler in 30min den Akku etwas laden können, um die Heimreise zu beenden.

Aufgrund des Akkus suchte ich dann den Kontakt zur Firma bei der ich das Segway gekauft hatte. Der Service bis zum gelieferten Gerät war super. Sofort erreichbar und schnelle Antworten auf Emails. Als dann das Problem auftrat änderte sich alles. Per Telefon wurde ich vertröstet, es liegt am Wetter, meinem Gewicht und der Fahrweise. Im Juli musste ich dann per Mail eine Frist ankündigen, da ich keinerlei Rückruf mehr bekam und nur eine Gesamtreichweite von 15-18km mit vollem Akku schaffte. Dazu gesellte sich der Fehler C208 (Akku zu kalt). Daraufhin sollte ich eine neue Email mit der Fehlerbeschreibung schicken, und warten, warten. Den Akku komplett laden, wieder entladen, vorderen Akku mit dem hinteren Akku tauschen etc. Das ging so Monate lang. Mittlerweile wurde der Fehler von C200 abgelöst (rear Battery shutdown), das Segway konnte nicht mehr gestartet werden. Jetzt war es Dezember.

Da das Problem nicht behoben war, musste ich weiter „nerven“ und endlich wurde etwas von der Firma unternommen. Ich sollte die Akkus nach Österreich schicken (Dezember 2015). Auf Nachfrage wann ich die Akkus zurück bekomme wurde mir dann mitgeteilt, dass die Akkus leer waren, sie auf dem Rückweg sind und einwandfrei funktionieren. Volle Kapazität. Immerhin lag es nicht an den Akkus aber die Reichweite war unter 50% von dem was das Segway eigentlich schaffen sollte. Akkus gut, ich vielleicht zu schwer (80kg), meine Fahrweise, das kalte Wetter. Natürlich sind das nur meine persönlichen Erfahrungen, andere Segway Fahrer haben die Probleme nicht, bzw anders, bzw laden viel öfter.

Ich hatte Glück, dass mich meine Freunde und Familie so stark unterstützt haben. Wäre ich alleine gewesen hätte ich weder den Akkutausch noch sonstige Arbeiten am Segway geschafft, da das 60kg Segway dafür jedes mal auf den Rücken gelegt werden muss.

Warum das Segway als Rollstuhl doch ideal ist

Ich habe das Segway trotzdem behalten. Es ist einfach genial. Man kommt ohne Probleme hohe Bordsteine runter, kleinere Bordsteine auch wieder hoch. Es kann sich auf der Stelle drehen, ist deutlich kompakter als ein großer 4-rädriger E-Rolli und auch mit den 15-18km kommt man gut über 2 Tage.

Mittlerweile war das Segway in jedem Urlaub dabei und hat sich jedes Mal als sehr nützlich erwiesen. Nur einen Flug haben wir bisher noch nicht gewagt.

Es hat sich schon mehrfach im Ausland als äußerst praktisch erwiesen. Genau dann, wenn man doch mal aus dem Auto aussteigen möchte, um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden, ist das Segway sehr schnell einsatzbereit. Leider ist es nicht sehr leicht, mit 60kg können es aber zwei starke Männer anheben. Wichtig ist natürlich eine Möglichkeit das Segway in das Auto zu bekommen. Anfangs haben es zwei Rampen aus dem Baumarkt getan, mittlerweile wurde mir ein Kran in das Auto eingebaut, ein Bericht dazu folgt.

Ich habe gemerkt, dass es unterschiedliche Anforderungsbereiche gibt. Hat man Schmerzen und möchte nur möglichst bequem von A nach B kommen, dann nimmt man den schweren E-Rolli. Möchte man aber durchs Gelände, schneller als 10km/h fahren oder sogar den Strand/Wald/Feldwege befahren, muss es das Segway sein. Natürlich würde man einiges davon auch mit dem Rollstuhl, etwas langsamer schaffen, aber es ist schon ein deutlicher Unterschied. In Restaurants ist man leichter mit dem Segway zum Tisch manövriert, einige Behindertentoiletten wären für meinen großen Rolli gar nicht ausgelegt und auch das Gewicht macht bei vielen Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung.

Pro

  • sehr schnell und wendig – 20 km/h Höchstgeschwindigkeit und man kann sich auf der Stelle drehen
  • kommt jeden Bordstein runter, 10-15cm hohe Bordsteine auch wieder hoch
  • relativ leicht – 55-60kg im Vergleich zum E-Rolli mit 140kg
  • lädt in 6-8 Stunden komplett voll, Akku hält bei mir nur 15-18km durch
  • jede Schuko-Steckdose kann genutzt werden, um mal schnell den Akku etwas laden und die Reichweite auch zwischendurch zu erhöhen

Contra

  • keine Federung – gerade bei Huckeln, Schlaglöchern und Bordsteinen merkt man es im Kreuz
  • keine Lehne – wenn ich lange damit fahre oder am Ende des Tages spüre ich es ebenfalls im Kreuz
  • relativ unentspannte Sitzposition – man sitzt wie auf einer Hühnerleiter
  • Reichweite – 39km sollen es eigentlich sein, mehr als 22km habe ich aber noch nie geschafft
  • die Standmechanik (die zwei Stelzen die man per Hand ausfährt) sind nun nach 2 1/2 Jahren schon etwas in Mitleidenschaft gezogen, funktionieren aber noch, es hakt nur manchmal
  • Der Lenker ist ein Hindernis beim Absteigen. Er muss immer aus der Halterung nach oben gezogen werden, mit dem Eigengewicht und der jeweiligen Krankheit, kann das schon mal anstrengend sein und dazu führen, dass man lieber nicht absteigt
  • wenn etwas am Gerät ist braucht man schon Hilfe von anderen, gerade für Menschen mit Einschränkungen muss dann aber a) die Zuverlässigkeit gegeben sein oder b) der Service stimmen.

Habt ihr noch Fragen? Dann schreibt mir oder packt was in die Kommentare.

Übersicht für Menschen mit Behinderung – Vergünstigungen & kostenlose Begleitpersonen durch Merkzeichen

Da ich vergeblich nach einer ausführlichen Liste an Vergünstigungen für Menschen mit Einschränkungen gesucht habe, möchte ich mal selbst eine solche Liste anlegen, die natürlich jederzeit erweitert und aktualisiert werden kann/muss. Ich selbst habe 90% und ein paar Merkzeichen wie G, aG, B und T gesammelt. Wo meine Affinität zum Thema herkommt, sollte also klar sein.

—> Wer sich das als PDF herunterladen will, kann dies hier tun. <–

Natürlich geht dem Merkzeichen B, der für einige der unten aufgeführten Erleichterungen erforderlich ist, eine Feststellung voraus, darauf möchte ich nicht näher eingehen, wer also ein B hat, weiß worum es geht, daher startet hier die Übersicht:

EU – Toilettenschlüssel für 20€

Wer auf Behinderten-WCs angewiesen ist, der kann beim CBF Darmstadt den Euroschlüssel beantragen. (Merkzeichen aG, B, H oder BL) oder das Merkzeichen G und GdB 70.

Dazu gibt es noch einige weitere bezugsberechtigte Personen mit z.B. Darmerkrankungen etc. die nur einen Nachweis vom Arzt haben. (die Liste bitte auf der Seite nachschauen).

Das Verzeichnis „Der Locus“ listet die möglichen 12.000 Toiletten in Europa und wird mit dem Schlüssel zusammen für 27€ zugestellt.

Kurtaxe für behinderte Person + Begleitperson kostenfrei

Je nach Region (Google: Kurtaxe + Urlaubsort) entfällt die Kurtaxe für die behinderte Person + Begleitperson komplett. Auf Rügen sind das z.B. 1,20€ pro Tag / Person bei einem GdB von 80% und ggf. Merkzeichen B.

Angemessener Wohnraum

Wer Arbeitslosengeld oder Grundsicherung bezieht und (meist mit Merkzeichen aG, BI, hängt aber von der Region ab), hat einen anspruch auf „angemessenen Wohnraum“. Das sind z.B. bei einer Person zwischen 45 und 50 m². Alles was ihr dazu wissen müsst findet ihr hier und hier.

Ermäßigte Preise bei der ADAC (Plus) Mitgliedschaft

Beim ADAC gibt es ab einem GdB von 50 die ermäßigten Tarife. Das sind 37€ statt 49€ für die normale Mitgliedschaft und 97€ für die weltweite Plus Mitgliedschaft statt 109€. Alle Infos dazu hier.

Ermäßigte Eintrittspreise:

Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Betreibers, daher gibt es auch nicht bei allen Veranstaltungen Rabatte. Beispiele dafür sind auch Schwimmbäder, Zoos, Museen, Freizeitparks (einfach mal für eure Stadt und Veranstaltung googlen).

Autokauf:

Die Hersteller lassen mittlerweile große Rabatte springen und ich habe die besten, mit 20% und mehr Ersparnis mal aufgeführt (ein B als Merkzeichen ist hier nicht zwangsläufig erforderlich, aber die meisten wissen nichtmal, dass es einen solchen Rabatt gibt). (Stand 1.6.2017):

Peugeot 30%, Citroen 27%, Nissan 26%; Ford 25%, Renault 23%, Fiat 21%, Opel 20%. Der Rabatt hängt vom Modell ab, eine Übersicht seht ihr dann beim BbAB.

Die beste Anlaufstelle dafür ist der Bund behinderter Auto-Besitzer e.V..

Zum Beispiel kostet ein Citroen Grand Picasso in guter Ausstattung knapp 30.000€. Mit den Rabatten kommt man auf knapp 22.000€. Wer jetzt noch einen elektrischen Rollstuhl hat, bekommt bis zu 16.000€ von der Agentur für Arbeit für die Teilnahme am Arbeitsleben. Das ergibt einen Endpreis von rund 6000€. Wenn ich das vorher gewusst hätte…. Natürlich werden solche Leistungen nicht jedes Jahr gewährt, aber rund 8 Jahre sollte das neue Fahrzeug dann halten.

Zuschuss für den Autokauf „Kraftfahrzeughilfe“

Natürlich sind die oben erwähnten Rabatte nicht sonderlich gut, wenn man bedenkt, dass Neuwagen immer deutlich teurer sind, als Gebrauchtwagen oder Neuwagen mit Erstzulassungen etc. pp. ABER: Es gibt einen Grund wieso Neuwagen deutlich interessanter für „uns“ sind. Der Rehabilitationsträger der dann auch den behindertengerechten Umbau des Fahrzeugs finanzieren soll, übernimmt dies nur, wenn das Fahrzeug geeignet ist. Und damit ist nicht nur die Größe gemeint, sondern auch das Alter und die Kilometerlaufleistung. Mir wurde gesagt, dass die Obergrenze irgendwo zwischen 60.000-80.000km und 3-5 Jahren liegt (nagelt mich nicht darauf fest, das sind Aussagen die mir gegenüber getätigt wurden).

Ich habe meinen PKW mit rund 75.000km und 5 Jahren Alter umbauen lassen (Kran für den Rollstuhl im Heck Marke „Olympian Kofferraumlift“ siehe Link: https://www.kadomo.de/kofferraumlift-olympian.html)

Dieser Zuschuss nennt sich Kraftfahrzeughilfe und richtet sich an Schwerbehinderte, die mit dem PKW zum Arbeitsplatz fahren müssen oder das Fahrzeug benötigen um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Auch Gebrauchtwagen können gefördert werden, müssen aber noch 50% des Neuwagenwertes haben.

Die Leistungen können umfassen:

  • Zuschüsse zur Beschaffung eines Kraftfahrzeuges,
  • Übernahme der Kosten für behinderungsbedingte Zusatzausstattung,
  • Zuschüsse zum Erwerb der Fahrerlaubnis und
  • Leistungen in Härtefällen (z.B. zu Kosten für Reparaturen, Beförderungsdienste).

Der Zuschuss ist bis maximal 9500€ hoch. Dazu kommen die Kosten für behinderungsbedingte Zusatzaustattung (zählt nicht in die 9500€ rein).

In Ausnahmefällen kann ein höherer Zuschuss gewährt werden. Wer also z.B. dauerhaft auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen ist (so ein Modell ab 120kg und mehr), der benötigt auch ein entsprechendes Auto und diese sind meist teurer als Beispielsweise ein normaler Kombi. Laut Aussage meines Ansprechpartners bei der Agentur für Arbeit können das bis zu 16.000€ sein.

Eine erneute Förderung kann i.d.R. erst nach 5 Jahren wieder erfolgen.

Kreuzfahrt

Wer eine Kreuzfahrt mit Costa bucht, der kann bei der Buchung angeben, dass er mit einer Begleitperson reist und diese Person wird dann kostenfrei befördert. Dazu bekommt man eine barrierefreie Kabine, die auch meist deutlich größer ist als normale Kabinen. Der Rolli muss ja mit.

Landausflüge kosten jedoch auch für die Begleitperson den normalen Preis, wenn man an diesen überhaupt teilnehmen kann (nicht überall kann man den Rolli mitnehmen, meist geht es nur mit faltbaren Rollstühle, also teilmobilen Passagieren).


Konzerte

Konzerte sind mit dem Merkzeichen B für die Begleitperson generell kostenlos. Ihr müsst bei der Buchung jedoch den jeweiligen Veranstalter direkt anrufen. Ich habe dabei sehr gute Erfahrungen mit Eventim gemacht. Leider sind die Behindertenplätze sehr stark begrenzt, weshalb man meist schon vorher wissen muss ab wann der Verkauf los geht. Zu dieser Uhrzeit muss man meist mehrfach probieren anzurufen und manchmal sind schon alle Tickets weg, wie zb beim Black Sabbath Konzert. Ich war nur fünf Minuten zu langsam. Dedöm, vorbei. Manchmal, so zb bei oder Mercedes Benz Arena in Berlin gibt es auch Behindertenplätze in der Online Maske und ihr könnt den Platz für die Begleitperson automatisch mit blockieren.

Hier am Beispiel von Reihe 24. Das lilane Kästchen ist der Rollstuhl Platz, daneben der runde Kreis für die Begleitperson.

Das kann sich definitiv schon lohnen, denn man spart sich halt das komplette Ticket und kann sich dann mit der Begleitperson reinteilen = 50% Rabatt.


Kino

Viele Kinos erlauben eine kostenlose Begleitperson mit dem Merkzeichen B.

Kinos bei denen die Begleitperson kostenfrei ist sind u.a.:

Rabatte bei Telefonanbietern

Bei Vodafone gibt es ab einem GdB von 50 je nach Tarif verschiedene Angebote. So z.B.

  • verdoppeltes Datenvolumen
  • Deezer Musik-Flat oder BILDplus Digital kostenlos
  • 15% Rabatt auf den Basispreis monatlich

Parken

Auch ohne einen Parkausweis kann man mit einem Behindertenausweis bei vielen Veranstaltungen auf den Behindertenparkplätzen parken. Das gilt sowohl für Konzerte (Parkhäuser sind dann meist umsonst, wie zb in der Mercedes Benz Arena in Berlin), als auch für sonstige Veranstaltungen… Einen Behindertenparkplatz gibt es so gut wie immer und dafür ist er ja auch da.

Außerdem kann man bei Dauerparkplätzen in Parkhäusern den Anbieter anrufen und nachfragen, ob es ggf. einen Behindertenrabatt gibt. In der Regel überspringt man auch „Normalos“ auf der Warteliste für einen Parkplatz (wenn dieser geeignet ist).

Autoumbau – Standheizung

Neben dem rollstuhlgerechten Umbau des Fahrzeuges oder zumindest behindertengerechten Fahrhilfen steht euch auch eine Standheizung zu. Das wird nicht immer erwähnt, aber ein (zb) Rollifahrer ist ja nicht in der Lage seine Frontscheibe im Winter zu enteisen. Eine sehr gute Standheizung ist zB die Webasto Thermo Top Evo, welche im Winter nicht nur heizt, sondern im Sommer das Fahrzeug auch kühlt und man so nicht bei 50 Grad Innenraumtemperatur einsteigen/rollen muss. Gesteuert wird auf Wunsch mit dem Smartphone. Auch hier wird der Einbau komplett übernommen. Bei Berufstätigen ist der Ansprechpartner die Agentur für Arbeit.

Leihrollstühle in Parks und Einkaufszentren und Städten

Das ist jetzt wohl etwas spezieller und sollte eher als generelle Info dienen. Je nach Land und Reiseziel kann man vor Ort in Freizeitparks und Einkaufszentren Rollstühle ausleihen. In der Regel ist dies kostenlos und basiert auf dem First come First serve Prinzip. Ist also keiner mehr da, hat man keinen Anspruch darauf.

Nur um euch ein Beispiel zu nennen:


Ich möchte euch dabei nur den Anreiz geben euch vorher zu informieren was ihr alles sehen könnt. Ich würde zb ohne Möglichkeit auf einen Rollstuhl wohl die Mall meiden. So, sind wir vier Stunden durch die Mall und ich konnte meiner Freundin beim shoppen zusehen, anstatt die Spaßbremse zu sein. In Themenparks bekommt man meist auch einen manuellen Rollstuhl (fast) umsonst.

Aber auch im Ausland gibt es einen Rollstuhl verleih, jedoch meist ohne Reservierung:

Ein für mich nicht unwichtiger Aspekt ist die Möglichkeit auch im Urlaub einen Rollstuhl zu mieten. Als ich auf die Idee kam bin ich fast hinten über gefallen. Na logo, das ist ja überhaupt DIE IDEE, aber darauf bin ich bisher nie gekommen. Je nach Ort könnt ihr euch nämlich einen Rollstuhl ausleihen, dafür einfach „wheelchair + stadt“ bei google eingeben und schon habt ihr Treffer. Am Tag solltet ihr mit 20€ bis 80€ rechnen, aber das lohnt sich schon extrem. Natürlich ist das nur interessant für Leute die nicht eh schon ihren Rollstuhl mitnehmen. Ich habe mich aber im Urlaub bisher nur mit Gehstock rumgeschlagen und war dann doch ziemlich knülle nach kürzester Zeit.

Ich habe zb für drei Tage New York bei BigAppleMobility einen Scooter gemietet und habe New York aus einer komplett anderen Perspektive kennengelernt (zuvor habe ich mich halt auf den Boden konzentriert ^^).

Das war definitiv der schönste NYC Trip überhaupt, denn so viel hätten wir nie geschafft, wenn ich zu Fuß gewesen wäre.

Hier haben wir den Scooter frisch geholt, meine Freude ist offensichtlich oder? Am Times Square:


Kostenlose Beförderung einer Begleitperson bei der Deutschen Bahn

Auch ohne Wertmarke fährt man bei der DB mit einer kostenlosen Begleitperson. Wichtig ist dafür das Merkzeichen B.


BahnCard 25/50 mit Rabatt

Auch die BahnCard gibt es günstiger ab einem GdB von 70. So zahlt man für die 25% statt der 61€ nur 41€ (aber zur Zeit gibts ja eh die Jubiläumskarte, daher ist die derzeit nicht bestellbar).

Die BahnCard 50 gibt es für 127€ statt 255€.

Kostenlose Sitzplatzreservierung (für einen oder zwei Sitze)

Außerdem kann man bei der Bahn mit Merkzeichen B kostenlos eine Sitzplatzreservierung vornehmen. Unabhängig davon besteht ein Anspruch auf die Sitzplätze mit „stilisiertem Kreuz“ oder der Bezeichnung „Schwerbehinderte“.

Nahverkehr – Jahreskarte für 80€ + Begleitperson kostenlos oder alternativ Ermäßigung oder Erlass der KFZ-Steuer

Wer von der unentgeltlichen Beförderung gebrauch machen will, muss eine Eigenbeteiligung von 80€ zahlen (40€ halbjährlich). (Blinde- und gehörlose Menschen sind davon ausgenommen). Das sollte aber jeder wissen, denn das passende Beiblatt zum Schwerbehindertenausweis wird mit dem Schwerbehindertenausweis zugeschickt.

Je nachdem wofür man sich entscheidet, kann man auch die KFZ Steuern ermäßigt oder gänzlich erlassen bekommen. Das wird dann beim Hauptzollamt beantragt.

Wer berechtigt ist (durch das Merkzeichen B) eine Begleitperson mitzuführen, macht dies kostenfrei.

Hundesteuerbefreiung

Je nach Region (Gemeinde) kann man einen Antrag auf Hundesteuerbefreiung stellen. Manchmal muss der Freund fürs Leben dafür leider eine Assistenzhundausbildung besitzen, manchmal nicht. Dazu einfach mal bei Google „Hundesteuerbefreiung + deine Gemeinde“ eingeben.

Rollstuhlservice auf Flughäfen 

Wer mit Behinderung reist weiß, wie ätzend es sein kann die langen Wege auf den Flughäfen von Terminal zu Terminal, womöglich noch unter Zeitdruck, auf sich zu nehmen. Aber nach der Buchung des Fluges, auch durch einen Deal von zB @der_Seebaer kann einfach ein Rollstuhlservice dazugebucht werden. Die airline oder der Flughafen kümmert sich dann um deinen Transport vom Check-in Schalter bis ins Flugzeug, bei Zwischenstopps dass du aus dem Flugzeug ins nächste kommst und beim endgültigen Ausstieg auch darum, dass du deine Koffer vom Band bekommst und durch den Zoll kommst (in den USA ist das zB sehr nice, da man bei den Customs je nach Tageszeit nochmal ewig anstehen muss und mit dem Rolliservice direkt zu einem Beamten gefahren wird und somit fast sofort „raus kommt“.

Also ihr müsst nicht im Reisebüro buchen, ihr könnt auch die Flugdealz wahrnehmen und euch danach um den Rolliservice kümmern.

Begleitperson bei Flügen mit Lufthansa

Leider konnte ich dazu nichts mehr bei der Lufthansa auf der Seite direkt finden, aber es ist wohl so (ich rufe da mal noch an und frage nach), dass die Begleitperson nur die Steuern für den Flug zahlen muss. Die Information dazu ist leider schon ein paar Jahre alt und sollte definitiv nochmal überprüft werden.

Weiterführende Links:

Wer noch weitere Ideen hat, kann das gerne in den Kommentaren äußern. Ansonsten freue ich mich natürlich über weiteren Input.

Den Artikel habe ich auch hier veröffentlicht.