Wenn der Stift schneller erklärt als fünf Sätze.05
Ein Möbelschreiner in Brandenburg vertreibt seine Sitzbänke inzwischen online — über
den eigenen Shop, über Amazon und über zwei Marktplätze. Was anfangs übersichtlich
war, ist mittlerweile ein kleines Datengewimmel. Welche Bestellung kommt woher?
Welches System schickt was wohin? Wer pflegt was? Eine Markdown-Antwort darauf
versteht keiner. Eine Skizze schon.
Skizze 1 — Wer redet mit wem?
Eine Skizze, die jeder im Familienbetrieb in zehn Sekunden versteht — wo die Bestellungen herkommen und was mit ihnen geschieht.
Skizze 2 — Wer ist für was zuständig?
Eine simple Matrix — und plötzlich versteht auch der Vater, warum der Sohn auf einer Automatik besteht.
Was bringt das eigentlich?
Solche Skizzen sind keine Kunstwerke. Sie sehen aus wie eine Serviette nach einem
guten Mittagessen. Aber sie haben den einen unschätzbaren Vorteil: sie passen auf
eine Seite, und alle gucken auf dieselbe Stelle. Wo gehobelt wird, fallen Späne
— wo gemalt wird, fallen Missverständnisse weg.
Im Schreiner-Beispiel hat die Verantwortlichkeits-Matrix in einer Sitzung das geklärt,
was vorher monatelang am Esstisch nicht zur Sprache kam: der Vater fühlt sich für
Bestellungen zuständig, obwohl der Sohn sie macht. Eine Skizze hat den Knoten gelöst.
Mit Worten hätte das ein Streit werden können.